Zuversicht im Alltag

In vielen Kirchen stehen noch die Krippen und Tannenbäume, mancherorts bis zum 2. Februar. Es ist ein schöner Brauch, dass die Feststimmung nicht einfach verpufft, sondern weitergetragen wird: in den Alltag hinein.

Weihnachten ist vorbei, aber es geht trotzdem auch weiter. Gott ist Mensch geworden und möchte uns zu sich ziehen. Das nennt die Kirche den „wunderbaren Tausch“. Ein schönes Bild: Gott verzichtet auf alles, was er im Himmel hat und schenkt stattdessen uns seine Herrlichkeit: uns Menschen.

Wenn wir auch die Beleuchtung unserer Häuser langsam wieder auf Alltag setzen, die Weihnachtsdeko aufräumen und uns auf den Alltag vorbereiten, den wir derzeit so „Alltag“ nennen können, dann hilft es mir, noch einmal nachzudenken. Nachzudenken über Weihnachten. Es endet mit dem Fest „Taufe des Herrn“ und damit springt es direkt über in mein eigenes Leben. Genauso, wie dieses Fest die Verbindung von Weihnachten zum Alltag ist, so ist die Taufe die Verbindung Gottes in mein Leben. Die Verbindung, die alle christlichen Konfessionen mit Gott und damit auch miteinander verbindet.

Dieser „wunderbare Tausch“ ist es, der sich in meinem Leben fortsetzt. Ich heiße Kind Gottes und bin ein Kind Gottes. Das bewegt und trifft meinen Alltag, so außergewöhnlich er vielleicht derzeit auch ist. Kennen Sie Ihren Tauftag? Vielleicht lohnt es sich, diesen Tag im Kalender dick anzustreichen und daran zu denken: Gott hat mich gewollt. Auch wenn ich derzeit vielleicht nicht viele Kontakte haben: einen habe ich! Und der kann mir – ausgehend von einem einzigen Tag meines Lebens – IMMER etwas schenken: Zuversicht.

Jakob Jan Küchler, Meschede, Vikar im Pastoralverbund Meschede-Bestwig