50. Treffen am 10. September
I. Unser Ansatz
Unsere Initiative „Interreligiöse Meditation“ verstehen wir als Einladung an Glaubende aller Religionen und an alle ernsthaft Suchenden, die eine Sehnsucht nach Transzendenz haben und ein Gespür dafür.
- Die Haltung des gemeinsamen Schweigens vor dem unfassbaren Geheimnis – das Zentrale unserer Treffen – lässt ahnen, dass wir alle zu dem einen Ziel unterwegs sind. „Im Beten können wir den wunderbaren Ausdruck der Einheit erkennen, die uns über die Unterschiede der Religionen hinweg verbindet.“ (Papst Johannes Paul II im Rückblick auf den Gebetstag der Weltreligionen 1986)
- Um Andere zu achten und in der Tiefe wertzuschätzen, ist es wichtig zu erfahren, was dem Anderen heilig ist. Deshalb bringen wir bei unseren Treffen Texte aus allen Religionen zu Gehör. Wir sind überzeugt: Gottes Geist wirkt im Herzen eines jeden Menschen und schwingt in den heiligen Schriften aller Religionen. Die Vielfalt der Zugänge zu dem großen Geheimnis des Lebens, der Welt, des Kosmos und des Göttlichen ist für alle Teilnehmer*innen eine wertvolle Bereicherung. Verstehen und Wertschätzung des Anderen erreichen in der gemeinsamen Meditation eine Tiefe, die über das Gespräch und über gemeinsame Aktivitäten hinausgeht.
- Wir verstehen unsere Initiative als Beitrag zum Frieden. Wer mit dem anderen Gemeinschaft hat, wird ihn nicht vernichten, auch seine Landsleute nicht.
II. Genese
Inspiriert von Pater Peinadath SJ habe ich (Sr. Maria Ignatia Langela SMMP) 2015 einen Antrag an die beiden Entscheidungsgremien unserer Ordensgemeinschaft eingereicht mit der Bitte zu prüfen, ob wir als Gemeinschaft einen konkreten Beitrag zu interreligiösen Beziehungen leisten können. Der Antrag wurde von beiden Gremien mit großer Mehrheit bejaht.
Pater Peinadath schreibt in seinem Buch „Wir alle sind Pilger“ (S. 8 und 11): „Wir leben heute in einem dialogischen Zeitalter der geistigen Entwicklung der Menschheit. Weltweit wächst das Bewusstsein der spirituellen Einheit der Menschheit.“ Und weiter: „Allmählich wird deutlich, dass der wahre Dialog zwischen Religionen auf der Ebene der mystischen Erfahrung geschieht. Dort erkennen wir, dass in der Vielfalt der Religionen eine tiefe Einheit der Spiritualität vorhanden ist. Diese Erkenntnis ist der eigentliche geistige Weg in die Zukunft der Menschheit.“
Unsere Initiativgruppe besteht fast seit Anfang an aus:
- Bock, Dr. Ulrich, damals Leiter Unternehmenskommunikation bei SMMP
- Funke, Georg, damals Integrationsbeauftragter in Bestwig
- Höing, Sr. Aloisia SMMP, ehemalige Generaloberin
- Langela, Sr. Maria Ignatia SMMP, Bildungsreferentin im Bergkloster
- Müller, Sr. Theresita Maria SMMP, mit Erfahrung als Gründerin des Friedensprojektes in St. Mère Eglise in Frankreich und Harfenistin
III. Unsere Treffen
Nach den Gesprächen mit Vertretern der verschiedenen Religionen und Konfessionen haben wir folgende Struktur festgelegt:
- Begrüßung
- Hinführung zur Meditation: Text aus der Tradition der gastgebenden Gemeinschaft
- 20 Minuten gemeinsames Schweigen
- Übergehen in leise Musik, möglichst live
- Gebet
- Segen
- Einladung, sich im Kreis um das Lichtmandala zu stellen und mit geöffneten Händen zu singen, zum Beispiel Ubi caritas et amor, ubi caritas deus ibi est.
- Einladung zum nächsten Treffen
Wir treffen uns im Rhythmus von zwei Monaten an sechs unterschiedlichen Orten:
Bergkloster in Bestwig,
die Abtei Königsmünster in Meschede,
unterschiedliche evangelische Kirchen,
eine Moschee (in Meschede, Ramsbeck, Brilon)
das buddhistische Zentrum in Arnsberg, die Alte Synagoge in Meschede,
(das Bürgerzentrum im Bestwiger Rathaus als „neutralen“ Ort)
Besonders erfreulich war von Anfang an die Bereitschaft der jeweils gastgebenden Gemeinschaft, den Abend aus der je eigenen geistlichen Tradition selbstständig zu gestalten.
Bei jedem Treffen bauen wir unser Lichtmandala auf, das von allen geschätzt wird, sowohl von den Gastgebern als auch von den Teilnehmer*innen. Es hat sich sozusagen als eine Art Erkennungszeichen herausgebildet, auf das wir bis auf weiteres nicht verzichten möchten.
Zitat von Dr. Ahmet Arslan, der beauftragt ist, die Verbindung von moslemischer Gemeinde und der Öffentlichkeit zu pflegen: „Sehr geehrte Sr. Ignatia, ich danke Ihnen … für die Idee zur interreligiösen Meditation, zumal Sie dadurch einen lebendigen Beitrag für das friedliche Zusammenleben etabliert haben. Insofern ist es uns immer wieder eine große Ehre, wenn Sie und alle Freunde der interreligiösen Meditation bei uns zu Gast sind. Wir freuen uns sehr über die Fortsetzung der Mediationsreihe …“
Kontakt:
Initiativgruppe „Interreligiöse Meditation“
Sr. Maria Ignatia Langela SMMP
Bergkloster 1
59909 Bestwig
Tel: 02904 808-339
Mail: sr.ignatia@smmp.de