Glauben in der Pandemie

In Wormbach beginnt am 2. Mai die traditionelle Walburga-Woche: eine Woche des Festes und des Glaubens. Aber wie ist das möglich, in Zeiten von Corona?  Messen, die abgesagt oder mit Hygienekonzept gefeiert werden, beschränkte Teilnehmerzahl, Abstand, FFP2-Maske, Desinfektionsmittel statt Weihwasser.

Wie kann Glaube in der Pandemiezeit gelebt werden? Unser Glaube lebt von Berührung, Begegnung, Emotionen, wie das gemeinsame Singen und Beten, von Kommunikation. Wie aber können Zeichen, die uns wichtig und wertvoll sind, unter Pandemiebedingungen ausgedrückt werden? Wie können Riten (neu) praktiziert werden?

Eine der stärksten Zeichen in der Walburga-Woche ist der Augensegen, bei dem das Walburga-Öl mit einer Feder auf die Augen gestrichen wird. Dabei wird ein Segensgebet gesprochen. Viele Menschen erleben dies als Ermutigung für ihr Leben. In Coronazeiten nicht durchführbar. Vielleicht müssen wir unser Denken erweitern. Das, was in großer Gemeinschaft z.Zt. nicht möglich ist, können wir aber im privaten Bereich tun. So wie in der Urgemeinde, wo sich Menschen im Haus zum Gebet und Gottesdienst versammelt haben. Vielleicht erinnern sich die älteren Menschen daran, dass der Hausvater am Dreikönigstag mit Weihwasser das Haus und den Stall segnete. Viele Mütter zeichnen ihren Kindern auch heute ein Kreuz auf die Stirn, wenn es in die KiTa oder in die Schule geht.

Wir können einen Hausgottesdienst feiern und uns gegenseitig segnen. Ein Gebetszettel und Walburga-Öl liegen in der Kirche in Wormbach zum Mitnehmen aus. In einem Lied heißt es: „Vertraut den neuen Wegen …“ In diesem Vertrauen wollen wir unseren Glauben in der Walburga-Woche feiern.

Monika Winzenick, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe