(c) Besim Mazhiqi

Schöpfungsverantwortung

Schöpfungszeit und Laudato si'

Im Jahr 2015 veröffentlichte Papst Franziskus die Enzyklika „Laudato si“, mit der er auf die Verantwortung der Menschen für die Bewahrung der Schöpfung hinweist. Auf Anregung der orthodoxen Kirchen haben die christlichen Kirchen in Deutschland die Zeit vom 01. September bis zum 04. Oktober zur ökumenischen Schöpfungszeit erklärt. Papst Franziskus fügte dem liturgischen Kalender den 01. September als jährlichen Weltgebetstag für die Schöpfung hinzu. Die ACK Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen hat den „Ökumenischen Tag der Schöpfung“ im Jahr 2021 unter das Leitthema „Damit Ströme lebendigen Wassers fließen“ gestellt.

Der christliche Glaube versteht die Welt und das gesamte Universum als Gottes gute Schöpfung. „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“ (Gen 1,31) Papst Franziskus schreibt in seiner Enzyklika, dass die Erde ein Geschenk Gottes an uns ist und ihre Früchte uns allen gehören. Dieses Geschenk sei jedoch mit Verantwortung verbunden. Der Erhalt der Schöpfung und der Schutz der Umwelt seien jedem Menschen aufgetragen.

Die Sorge um „unsere Schwester, Mutter Erde“ ist aktuell größer denn je: Verschmutzung, Klimawandel, Erderwärmung, Wasserknappheit, Verlust der Artenvielfalt sowie soziale Ungerechtigkeit stehen in Widerspruch zur Schöpfungsverantwortung. Die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen, die Gott uns anvertraut hat, und damit die Folgen für die gesamte Schöpfung, werden immer spürbarer. Im Hinblick auf den hohen Konsumbedarf und die Verschwendung in unserer Welt, macht das päpstliche Rundschreiben bewusst, dass eine Hinwendung zu schlichteren und nachhaltigeren Lebensformen unumgänglich ist. Papst Franziskus‘ Schrift, ist ein Appell, unser „gemeinsames Haus“ zu beschützen, um auch der Menschheit nach uns einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen.

Der Ökumenische Tag der Schöpfung mit seinem zentralen Motiv des lebendigen Wassers, betont den Auftrag an uns alle, die erhaltenen lebensspendenden Gaben dankbar an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

(Text: Barbara Rickert)

 

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Papstenzyklika Laudato si’ sowie weitere Schriften zum Thema Schöpfungsverantwortung herausgegeben:

Laudato si

Vom Wert der Vielfalt – Biodiversität als Bewährungsprobe der Schöpfungsverantwortung

Zehn Thesen zum Klimaschutz

Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag

Der bedrohte Boden

 

Weitere interessante Aspekte zu Laudato si’ bieten die Aktionsplattform von Laudato si’ sowie das Projekt der “Lebendigen Kapellen”:

Aktionsplattform Laudato si’

LebendigeKapellen

livingchapel

thelivingchapel

 

Erntedankfest

Das Erntedankfest wird in den deutschen Diözesen traditionell am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Damit liegt es in den meisten Jahren innerhalb der Ökumenischen Schöpfungszeit, die am ersten Freitag im September beginnt und mit dem Festtag des hl. Franz von Assisi am 4. Oktober endet.

In der heutigen Zeit sind durch den globalen Handel die meisten Lebensmittel unabhängig von Saison und Region ganzjährig in den Supermärkten verfügbar. Das Erntedankfest, bei dem im Herbst die Altäre in den Kirchen mit heimischen Erntegaben geschmückt werden und Gott dafür gedankt wird, scheint daher fast ein nostalgisches Fest zu sein. Der Überfluss an Lebensmitteln in den Industrieländern hat zu einem verschwenderischen Umgang mit Nahrung geführt. Die existenziellen Abhängigkeiten zwischen Landwirtschaft und klimatischen Einflussfaktoren sind heutzutage vielen Menschen nicht bewusst.

In seiner 2015 veröffentlichten Umwelt- und Sozialenzyklika Laudato si veranschaulicht Papst Franziskus die gegenwärtige weltweite ökologische Krise und verdeutlicht, dass die Ausbeutung der Ressourcen unseres Planeten globale ökologische und soziale Folgen nach sich ziehen. So schreibt er, dass Umweltzerstörung und Hunger in unmittelbarem Zusammenhang stehen: „Außerdem wissen wir, dass etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel verschwendet wird, und dass Nahrung, die weggeworfen wird, gleichsam vom Tisch der Armen geraubt wird.“ Er führt weiter aus, dass durch Erosion, Monokulturen, Dünge- und Pflanzenschutzmittel das Gleichgewicht des Bodens gestört und ein zentraler Teil der Umwelt geschädigt werde. Der Verlust an biologischer Vielfalt, an ökologischem Reichtum und an Lebensraum seien die spürbaren Folgen, von denen insbesondere auch die Ärmeren, deren Lebensunterhalt fast ausschließlich von den natürlichen Ressourcen der Welt abhängt, betroffen seien.

Ein an heutigen Bedingungen ausgerichtetes Erntedankfest sollte daher zum Anlass genommen werden, den Blick über den geschmückten Altar hinaus auf die Bedrohung zu richten, die mit der globalen Wirtschaftsform und ihrer Konsequenz, dem Klimawandel, einhergeht. Jeder einzelne Mensch trägt Verantwortung für den Schutz der Umwelt und den Erhalt der Schöpfung. Schöpfungsverantwortung heißt ökologisches und soziales Handeln.

Sich am Erntedankfest bewusst beim Schöpfer zu bedanken und sich zu vergegenwärtigen, dass nicht auf alles ein unbegrenzter Anspruch besteht, ist heute aktueller denn je. Und das schließt auch den Blick auf jene Menschen mit ein, die nicht aus dem Vollen schöpfen können, sondern hungern müssen. Denn Dankbarkeit ist die Erkenntnis, beschenkt zu sein, beschenkt mit den Gaben der Schöpfung.

(Text: Barbara Rickert)

 

Ein Beispiel für moderne Landwirtschaft unter Berücksichtigung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist der Biohof Vausshof in Salzkotten-Scharmede. In einem Beitrag der ZDF-Drehscheibe stellt die Hofgemeinschaft ihre Idee der solidarischen Landwirtschaft vor.

Schöpfungsverantwortung und Umweltschutz als pastorale Aufgabe

Klaus Danne, Pastor im pastoralen Bereich Fredeburger Land und seit dem 01. Oktober 2021 Verantwortlicher für den Bereich „Bewahrung der Schöpfung“ im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe, hat sich mit dem Imker Winfried Kieserling und dem Dekanatsreferent Michael Kloppenburg am Bienenlehrpfad in Oberhenneborn getroffen. Themen ihrer Unterhaltung waren Umweltschutz und Glaube sowie der wertvolle Beitrag der Bienen zur Bewahrung der Schöpfung. Das Videodokument ihres Treffens ist unterlegt mit dem Instrumentalstück „Look at the world“ von John Rutter, welches vom Mescheder Ensemble „Bogen, Blech und Taktstock” eingespielt wurde.

 

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Ergänzende Informationen zum Thema Bienen und Imkerei bieten die nachstehenden Seiten:

Ein Stück Seligkeit

Der perfekte Bienenstandort

15.000 Bienen bevölkern die katholische Kirche

Es gibt kein schöneres Lob Gottes als das Summen der Bienen

Süsses Gold vom Hohen Dom

Der süße Stachel

"Look at the world" - Ein musikalischer Beitrag zur Schöpfungsverantwortung

Auf dem Gipfel des bei Meschede gelegenen Berges „Vogelsang“ haben die jungen Musiker*innen des Ensembles „Bogen, Blech & Taktstock“ ein Musikvideo zum von ihnen eingespielten Stück „Look at the world“ produziert. John Rutter, britischer Komponist von Chor- und Kirchenmusik, vertonte mit „Look at the world“ den Psalm 104 („Lob an Gottes Schöpfung“). Vor dem beeindruckenden Naturpanorama und mit ihrer eigenen instrumentalen Interpretation des Stückes haben „Bogen, Blech & Taktstock“ einen wertvollen musikalischen Beitrag zum Schwerpunktthema unseres Dekanates der „Schöpfungsverantwortung“ geleistet.

Bei der Premierenfeier am 07. Oktober 2021 im Café Pan wurde das Video der Öffentlichkeit präsentiert.

 

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Schöpfungsverantwortung im Erzbistum Paderborn

Mit Ratgebern und Broschüren stellt das Erzbistum Paderborn hilfreiche Informationen zum Thema Klimaschutz zur Verfügung:

 

Beim Klimaschutz in die Umsetzung gehen

Klimaschutzkonzept des Erzbistums Paderborn

Faire Gemeinde