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Die Vielfalt der Kulturen als Bereicherung des Lebens annehmen

Pastor Ullrich Birkner

„Das Weltall. Unendliche Weiten.“ Die meisten kennen diese Angangsworte einer Science-Fiction-Serie. Die Entfernungen zu den benachbarten Sonnensystemen und Planeten sind nach menschlichem Ermessen enorm groß. Aber eigentlich brauchen wir gar nicht durch die riesigen Teleskope zu schauen, um unendliche Weiten wahrzunehmen. Schon die Menschen allein haben in sich eine solche Weite, mit der wir manchmal große Schwierigkeiten haben.

Wenn wir Berichte über andere Kulturen hören und sehen, staunen wir über die Unterschiedlichkeit zu unserer eigenen. Aber schon in unserem eigenen Umfeld können wir hin und wieder feststellen, dass einige merkwürdige Ansichten, Hobbys oder Wünsche haben, die von unseren Vorstellungen unendlich weit entfernt sind. Diese Andersartigkeit auszuhalten ist nicht immer leicht. Und wer das nicht schafft oder schaffen will, führt am Ende Krieg gegen die, die sich nicht unter die eigenen, als unumstößlich richtig angesehenen Denkmuster fügen. Wer Mitmenschen um sich herum hat, die dieselben Ansichten haben und (im Großen und Ganzen) genauso ticken, wie man selbst, darf sich freuen den „Heimatplaneten“ gefunden zu haben. Hier ist vieles einfacher und leichter. Doch gilt es zu respektieren, dass es eben die unendlichen Weiten des Menschseins gibt. Längst nicht allen gelingt es, diese Vielfalt als Bereicherung des Lebens zu sehen. Trotzdem bleibt es für alle eine Herausforderung, die es täglich anzunehmen gilt.

Für die Menschen zurzeit Jesu war es auch eine Herausforderung, in diesem Sohn des Zimmermanns aus Nazareth den Messias zu erkennen. Er passte so gar nicht in das Bild, das man gemeinhin vom Erlöser Israels hatte. Er gab uns einen wichtigen Hinweis im Umgang miteinander: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40) In der schier unendlichen Unterschiedlichkeit aller Menschen ist der unendliche Gott immer auch gegenwärtig, denn er hat den Menschen als sein Abbild geschaffen. Schon das allein kann das Kreuz sein, das es täglich auf sich zu nehmen gilt. Aber wer es schafft, der ist wahrhaft in der Nachfolge Jesu, dem Sohn des unendlichen Gottes.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen

Ullrich Birkner, Bad Fredeburg, Pastor im Pastoralverbund Schmallenberg- Eslohe