Wort zum Sonntag

# wir sind mehr

Schon auf dem Spielplatz oder Schulhof fängt es an: Den lassen wir nicht mitspielen, der ist blöd. Das „blöd sein“ muss noch nicht einmal einen triftigen Grund haben. Ausgrenzung und Ablehnung erleben leider schon die Kleinen. Dann sind Eltern, Erzieher und Lehrer gefragt, den Kindern und Jugendlichen deutlich zu machen, dass Toleranz und Offenheit die besseren Eigenschaften sind. Auch unter uns Erwachsenen gibt es immer wieder Ausgrenzung, als Mobbing, gegenüber Minderheiten oder aufgrund sozialer Unterschiede.

„Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns“ (Mk 9, 40), ruft Jesus im Evangelium aus und antwortet so seinen Jüngern auf eine sehr ungewöhnliche Frage. „Darf ein anderer Mensch, der nicht zu uns gehört, in deinem Namen Dämonen austreiben? Also etwas Gutes tun?“ Ja klar, sagt Jesus, hindert ihn bloß nicht daran. Jesu Antwort hatten sie so nicht erwartet, so großzügig, tolerant und weitherzig.

Vielleicht hätten auch wir diese Antwort nicht erwartet. Aber gebraucht. Nach den Vorkommnissen in Chemnitz hat die „#wir sind mehr“- Bewegung in den sozialen Netzwerken gezeigt, dass es nötig ist, deutlich zu machen, dass es mehr offene und tolerante Befürworter einer multikulturellen Gesellschaft gibt als Menschen, die mit rechtem Gedankengut demonstrierend auf die Straße gehen. # wir sind mehr – auch in Bestwig, Eslohe, Meschede und Schmallenberg.

Stephanie Kaiser, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Meschede-Bestwig