Wort zum Sonntag

“Wir gehören zusammen”

Monika Winzenick

Haben Sie schon mal einen Menschen im Rollstuhl durch die Stadt oder das Dorf geschoben? Auf einmal tun sich Hindernisse auf, die ich vorher nicht beachtet habe. Eine zu hohe Bordsteinkante, Kopfsteinpflaster, Stufen etc. Und auf einmal werde ich zum Außenseiter, ich gehöre nicht mehr so richtig dazu. Das Wort Inklusion bekommt für mich eine ganz neue Bedeutung. Wörtlich übersetzt heißt es „Einbeziehung“. Das heißt: Jeder Mensch wird so angenommen, wie er ist. Jeder einzelne hat das Recht, gleichberechtigt am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen zu dürfen und zu können. Das gilt für Menschen mit Behinderung genauso wie für alle anderen. Das Gegenteil von Inklusion ist Ausgrenzung.

„Wir gehören zusammen“
Unter diesem Motto steht in diesem Jahr die Sternsinger-Aktion. Im Fokus stehen dabei Kinder mit Behinderungen in Peru. Weltweit leben rund 165 Millionen Mädchen und Jungen mit Behinderungen. Sie haben ein Recht auf besondere Unterstützung. In Artikel 23 der UN-Kinderrechtskonvention steht: “Kinder mit Behinderungen sollen ein erfülltes Leben führen können. Jedes Kind soll nach seinen Fähigkeiten gefördert werden, damit es voll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.“
Fast alle Länder der Welt haben die Kinderrechte anerkannt. Doch gerade in ärmeren Ländern bekommen Kinder mit Behinderungen oft noch keine oder zu wenig Unterstützung. Man schätzt, dass weltweit rund 32 Millionen Kinder mit Behinderungen nicht zur Schule gehen.

Wenn die Sternsinger in diesen Tagen in unsere Häuser kommen, dann bringen sie den Segen Gottes zu uns und bitten gleichzeitig um eine Spende, um Kinder mit Behinderungen zu schützen, zu stärken und zu fördern. Die Sternsinger machen durch ihre Aktion deutlich: Alle Kinder und alle Menschen, egal ob alt oder jung, sollen ohne Einschränkung am gemeinschaftlichen Leben teilhaben können.

Monika Winzenick, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe