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Wie kann Weihnachten in unserem Leben aktuell werden?

Pastor Ulrich Stipp

 

„Was hilfst, wenn du den Ochsen schlachtest,

mit Backwerk nach dem Schmausen trachtest

und blind bleibst für den Morgenstern.

Empfang, Dezember, Christus den Herrn.“

 

Diesen alten Kalenderspruch zum 1. Dezember – ich weiß nicht mehr, woher er stammt – möchte ich Ihnen gern in die nun wieder beginnende Adventszeit mitgeben. Eine Zeit der Erwartung soll er sein, eine Zeit der Vorbereitung und der Vorfreude. Dazu gehört natürlich das adventliche Brauchtum: der Adventskranz, die alten Lieder, der heilige Nikolaus, das Besorgen der Geschenke, das Backen und Essen der Plätzchen und noch Vieles mehr.

Und trotzdem – das möchte der Spruch ja sagen – ist das eben noch nicht alles!

Advent heißt übersetzt Ankunft. Aber wen oder was erwarten wir in diesen Tagen? Auf wessen Ankunft bereiten wir uns vor? – Ganz klar: Die Christen bereiten sich auf die Ankunft des Messias, des Retters vor, so heißt es dann schnell. Und die Gedanken wandern zum Jesuskind in der Krippe. Natürlich denken wir zu Weihnachten an die Menschwerdung Jesu vor 2000 Jahren, im Kalenderspruch symbolisch als `der Morgenstern` bezeichnet. Aber müssten wir uns dann jedes Jahr neu ein paar Wochen auf ein solches Andenkenfest an ein Ereignis aus längst vergangener Zeit vorbereiten? Es geht ja ganz offensichtlich um die Frage, wie Weihnachten heute bei uns, in meinem, in unserem Leben aktuell werden kann.

Wo ist da etwas spürbar von dem, was mit Jesu vor langer Zeit in die Welt gekommen ist?

Weihnachten wird gern als das Fest der Menschwerdung bezeichnet. Menschwerdung findet auch heute dort statt, wo Menschen menschlich miteinander umgehen.Wir könnten uns vielleicht genau das zum Programm für die Adventszeit machen: menschlich miteinander umzugehen! Geschenke, Plätzchen, Feiern, Lieder – all das ist dabei gewiss hilfreich, aber es gibt ganz bestimmt auch noch viele andere Möglichkeiten. Die Adventszeit bietet die Gelegenheit, diese zu suchen und zu nutzen.

Ulrich Stipp, Pastor im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe