Wort zum Sonntag

Was ist unsere “Mission”?

Bernadette Klens

Zugegeben, manchmal würde ich gern eine Zeitreise in die frühe Kirche unternehmen und die ersten christlichen Gemeinden rund um Jerusalem, Rom, in Griechenland und auf dem Gebiet der heutigen Türkei besuchen. Was hat sie so faszinierend und anziehend gemacht, dass ihre Zahl stetig wuchs. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass es im 3. Jahrhundert schon ca. 5 Millionen Christinnen und Christen gab. Ich bin weit davon entfernt, diese Zeit zu glorifizieren. Denn auch hier prägten Konflikte, Auseinandersetzungen und Spaltungen vielfacher Art das Leben. Wie schon damals gibt es aber auch heute Männer und Frauen, die überzeugend, missionarisch und mit Strahlkraft ihr Leben nach der Botschaft von Jesus Christus ausrichten – und das weltweit.

Am Sonntag ist Weltmissions-Sonntag. Für missio, das Hilfswerk der Kirche, gehören Glaube, Seelsorge und kirchliche Sozialarbeit zusammen. Das diesjährige Beispielland ist Indien. Im Nordosten, in den vielen illegalen Kohle-Abbaugebieten, werden von missio sogenannte Barfuß-Anwälte unterstützt, die von Dorf zu Dorf ziehen und gegen Sklaverei und Menschenhandel vorgehen. Sie ermutigen die Arbeiter und ihre Familien, selbst ihre Menschenrechte wahrzunehmen. Auch die Touring Sisters, das sind Ordensschwestern, die sich auf den Weg in die entlegenen Bergdörfer machen, um dort das entbehrungsreiche Leben der Menschen zu teilen und dabei wie in mobilen Sozialstationen zu arbeiten. So sieht eine Kirche aus, die zu den Menschen hingeht! Sie hat unseren Kollekten-Beitrag verdient. Darüber hinaus lohnt es sich, auf eine Mitmachaktion von missio zu schauen: #mymission. Diese regt uns dazu an, darüber nachzudenken, wonach wir unser Leben ausrichten und was uns antreibt. Was ist unsere „Mission“? (Schauen Sie auch einfach mal auf der Internetseite des Hilfswerkes nach.) Wo prägen Solidarität und Glaubensmut unser Handeln? Was entdecken wir als Einzelne, als Gemeinden und als deutsche Kirche bei der Beschäftigung mit dieser Frage?

Ein gutes und intensives Nachdenken wünscht
Bernadette Klens, Eslohe, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe