Wort zum Sonntag

Wach sein für Gott

Vikar Jan Jakob Küchler

Wenn man zur heißen Sommerzeit in der Kühle mancher Kirchen verweilt, dann springen dem Betrachter -oft an prominenter Stelle- viele Marienbilder und -statuen entgegen. Auch innerhalb des Jahres spielt sie, die Mutter Gottes, immer wieder eine große Rolle. In der vergangenen Woche wurde das Fest Mariä Himmelfahrt gefeiert. An diesem Tag wird daran gedacht, dass Maria nach ihrem Tod nicht einfach beerdigt wurde, sondern von ihrem Sohn in den Himmel aufgenommen wurde, nichts von ihr sollte in dieser Welt bleiben, weil sie ein Leben lang ganz wach war für die Worte Gottes.

 Vielleicht ist dieses „wach sein“ ein schönes Bild. Maria kommt in den Evangelien selten vor, aber wenn sie vorkommt, dann spricht ihr Schweigen für sie. An der Krippe und unter dem Kreuz ist sie einfach da und „wach“. Beim Gespräch mit dem Engel ist sie da, und gibt ihr ganz bewusstes, waches „mir geschehe nach deinem Wort“.

Solch ein „wach sein“ wünsche ich mir auch öfter. Um wach für den Tag zu sein, braucht mancher seinen Kaffee oder andere Rituale am Morgen. Doch was könnte mir helfen, um wach für Gott zu sein? Auf die Umgebung zu achten und die Umgebung zu achten! Jesus Christus die Möglichkeit geben, in meinem Leben zu wirken und ihn dort zu entdecken. In anderen diesen Gott zu entdecken und ihn in der Hl. Schrift und dem Gebet zu finden, aber ihn vor allem in den stillen Momenten zu finden! Diese beiden Dinge möchte ich für die kommende Zeit mit mir tragen: Wach sein, um Gott in den einfachen und stillen Momenten des Alltags zu finden.

Und vielleicht hilft ja eine ganz alltägliche Sache: Beim Kaffee am Morgen mir bewusst werden zu lassen, dass Gott diesen Tag für mich will und mit mir leben will. Und die Antwort geben, die auch Maria gegeben hat und die wir in der Hl. Messe so oft bedenken „Mir geschehe nach deinem Wort“, ganz einfach „Ja, Gott!“

Jakob Jan Küchler, Vikar im Pastoralen Raum Meschede-Bestwig