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Freundschaft mit Gott

Vikar Jakob Jan Küchler

Gedanken zum Sonntagsevangelium: Der dankbare Samariter (LK 17, 11-19)

„Ist keiner umgekehrt, um Gott zu ehren?“ (LK 17, 18) Man hört förmlich, wie enttäuscht Jesus ist. Vorausgegangen war eine große Heilung. Zehn Aussätzige hatte er von ihrem Aussatz geheilt, dann vorschriftsgemäß zu den Priestern geschickt, um sich für rein erklären zu lassen, doch nur einer von diesen allen kam wieder zurück, um seinen Dank auszudrücken. Und dieser ist noch nicht einmal ein Jude, also kein Teil des erwählten Volkes, sondern ein Samariter. Daran wird etwas deutlich: Gott beschränkt sein Wirken nicht auf eine kleine Gruppe oder ein Volk, auf eine Stadt oder ein Dorf, sondern er heilt diejenigen, die zu ihm kommen. Aber eben nur diejenigen, die sich auf den Weg hin zu ihm machen. Und eine zweite Sache wird deutlich: Ich kann Gott „nutzen“, wenn es mir schlecht geht. Aber die Frage, die sich mir stellen sollte, ist: Welchen Platz hat Gott in meinem Leben, nicht nur, wenn es mir nicht gut geht? Wie sieht es aus mit meiner Dankbarkeit?

Christlicher Glaube, der diese Dankbarkeit atmet, heißt ganz einfach: Freundschaft mit Gott.

Zu jeder Freundschaft gehört aber eben auch Dankbarkeit und ein sich gegenseitig aufeinander verlassen können.

Immer wieder wird derzeit über Reformen und Veränderungen gesprochen. Darin finden sich wichtige Gedanken, darüber hinaus lohnt aber auch der Blick ins eigene Leben: Wie sieht es aus mit meinem eigenen Leben? Was ist der Ort, an dem ich Heilung brauche? Wie sieht es aus mit meiner Freundschaft mit Gott? Wie sieht es aus mit meiner Dankbarkeit? Denn die Dankbarkeit erkennt das eigene Bedürfnis nach Gott. Das Evangelium endet wunderbar: „Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet!“ (LK 17, 19)

Jakob Jan Küchler, Meschede, Vikar im Pastoralverbund Meschede-Bestwig