Wichtiger denn je: ein Licht, das alle verbindet

11. Dezember 2021
Schmallenberg
Wort zum Sonntag

„Friedensnetz – ein Licht, das alle verbindet“ lautet das Motto der Friedenslichtaktion 2021. An diesem Wochenende ist es wieder soweit. Ein kleines Kerzenlicht aus der Geburtsstadt Jesu, aus Bethlehem, macht sich, von einem Kind dort entzündet, auf den Weg in die Welt. Überall, wo es aufgenommen wird, wird die Welt ein wenig heller.

Wir brauchen Licht, Frieden und auch die Hoffnung darauf mehr denn je. Nicht nur, dass es immer noch viele, viele Kriegsplätze auf der Welt gibt. Es gibt auch Kriege, die ohne Waffen geführt werden. Menschen werden an den Außengrenzen Europas in bitterer Kälte abgesetzt und für Machtkämpfe instrumentalisiert. Das ist nur ein Beispiel von so vielen. So viel Leid, soviel Dunkelheit ist auf dieser Welt.

Darum finde ich diese Aktion des Friedenslichtes so toll. Ein kleines Licht, das sich auf der Erde verteilt und alle Menschen daran erinnert, dass jeder und jede kleine Schritte des Friedens gehen kann und auch muss, damit der große Frieden möglich wird.

Es kommt mir das Lied von Michael Jackson in meine Gedanken: „I’m starting with the man in the mirrow“. Ja, beginnen wir mit der Person, die wir im Spiegel sehen…

Ich selbst merke am eigenen Leib, wie schwer das ist, denn die Fehler beim Anderen zu sehen, ist so viel leichter, als seine eigenen Fehler und Schwächen anzusehen.

Ein Beispiel, das ich im Spiegel sehe ist, dass ich wirklich immer weniger Geduld und Kraft aufbringe, für Menschen Verständnis zu zeigen, die sich nicht impfen lassen, obwohl es keine medizinischen Gründe dafür gibt. Ich merke und sehe, dass meine Toleranzgrenze immer mehr sinkt und die Wut und das Unverständnis immer mehr steigt.

Ja, da muss ich mich an meine Nase fassen und mir eingestehen, dass diese Gefühle nicht hilfreich für die Zukunft sind, weil sie nicht nur meine Luft, sondern auch die Luft zwischen den Menschen und mir vergiften. Kennen Sie dies? Von der einen oder von der anderen Seite?

Nehmen wir das Friedenslicht am 3. Advent als Anlass und Zeichen, in unsere Seele zu blicken, das Dunkel zu entfernen und nicht nur immer auf uns, sondern auch auf das große Ganze zu schauen. Jeder Mensch geht einen kleinen Schritt ins Licht und es kann ziemlich hell werden.

Und noch eine Liedzeile kommt mir in den Sinn: „Dieser Weg, wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer“. Ja, das stimmt wirklich, aber wer hat gesagt, dass Frieden in der Welt oder in unserem eigenen Leben leicht ist? Niemand, aber es lohnt sich.

Einen friedvollen und lichtreichen 3. Advent wünscht Ihnen

Sabine Jasperneite, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe