Wenn die Sterne vom Himmel fallen

27. November 2021
Schmallenberg
Wort zum Sonntag

Manchmal haben wir in unserem Leben das Gefühl, dass die „Sterne vom Himmel fallen“ und sich die Sonne verfinstert: Der Tod eines geliebten Menschen, die Diagnose eines Arztes, das Zerbrechen eines Lebensentwurfes, die Corona Pandemie.

Von heute auf morgen kann sich die gewohnte Ordnung in ein Chaos verwandeln.

Dieses Chaos kann niemand aus unserem Leben wegnehmen.

Krankheit und Tod, Angst und Einsamkeit, Pandemie, die Frage nach dem „Warum?“ – „Warum lässt ein liebender Gott den Tod eines Menschen zu? Warum greift er nicht ein und verhindert, dass ein Virus die Menschheit bedroht?“ Diese Fragen gehören zu unserem Leben dazu. Auch Jesus am Kreuz hat diese Frage gestellt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Auf diese Frage finden wir keine Antwort. Aber ich habe als Christin die Erfahrung gemacht, dass ich ein Gegenüber, Gott, habe, dem ich all diese Fragen klagen kann. Ich muss diese Fragen nicht hilflos in ein Nichts hineinschreien, sondern für mich ist da jemand, der diese Fragen entgegennimmt. Nein, ich habe noch nicht erlebt, dass Gott eingreift und mein Leben verändert. Aber ich habe erfahren, dass Gott „mich an die Hand nimmt“, mit mir geht, durch meine Fragen, durch mein Chaos. Und mit ihm an meiner Seite, hat sich mein Leben verändert.

An Weihnachten feiern wir, dass Gott in unsere Welt kommt und wir müssen nichts dafür tun! Gott kommt in unsere Welt und er geht mit in unserem Leben. Und er findet uns, egal, wo wir sind. Mitten im Trubel der Adventszeit, auf den Intensivstationen, in den Schulen und KiTas usw.

Im heutigen Evangelium steht der Satz: „Wenn dies beginnt (wenn das Chaos über euch hereinbricht, M.W.), dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe.“ (Lk 21, 28). Damit mache ich deutlich, dass ich verantwortlich leben will und nicht versinke im Chaos meines Lebens. Ich richte mich auf, um nach dem Tode eines geliebten Menschen, wieder ins Leben zu finden. Ich richte mich auf, um nach der Diagnose des Arztes, mit der Angst zu leben. Ich richte mich auf, nachdem mein Lebensentwurf zerbrochen ist, um aus meiner Einsamkeit heraus zu kommen. Ich richte mich auf und übernehme Verantwortung für mich und meine Mitmenschen, um die Pandemie zu bekämpfen.

Vielleicht probieren Sie dies einmal in dieser Adventszeit: richten Sie sich auf, erheben Sie Ihr Haupt. Nehmen Sie die Menschen und die Welt um sich herum wahr. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dadurch erfahren, dass Sie nicht alleine durchs Leben gehen, sondern dass Gott an Ihrer Seite ist und mitgeht.

Monika Winzenick, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe