Welch ein Glück, wir haben die Wahl!

18. September 2021
Wormbach
Wort zum Sonntag

Am nächsten Sonntag wird gewählt und ja, welch ein Glück, wir haben die Wahl! Mir ist dieses große Geschenk in den letzten Tagen und Wochen so richtig bewusst geworden. Wir haben die Wahl, können unsere Meinung, ja sogar unsere Kraft einbringen, um unser Leben und das Leben unserer Gesellschaft mitzugestalten und zu entscheiden, in welche Richtung es gehen soll.

Die Geschehnisse in Afghanistan haben mir wieder deutlich gemacht, welch großes Geschenk wir da in unseren Händen halten. Dort hat keiner eine Wahl, ganz besonders die Frauen wurden quasi von einem Tag auf den anderen herabgestuft und ihrer Freiheit entrissen. Wie schrecklich.

Wir haben die Wahl! Auch in der Kirche wird im November gewählt. Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände sind Gremien der Mitverantwortung, aber auch der Mitentscheidung. In vielen Gemeinden werden Menschen gesucht, die sich engagieren wollen, die ihr Verständnis, wie Kirche zukünftig sein soll, im Gemeindeleben vor Ort, aber auch in der Gemeinschaft der Gemeinden im großen Pastoralen Raum, einbringen wollen.

Sowohl in der Politik als auch in den Gremien der Kirche kann es nur dann gut weitergehen, wenn Menschen sich engagieren…in Gemeinschaft, in Teamarbeit. Ich bin unendlich dankbar, wenn es Menschen gibt, die sich zur Wahl stellen für Beides. Menschen die bereit sind, wenn sie gewählt werden, ihre Kraft zum Wohl der Gemeinschaft einzusetzen.

Auch im Glauben ist es im übertragenen Sinne so. Wir haben die Wahl. Gott drängt sich nicht auf. Er lenkt uns nicht wie Marionetten, sondern er lässt uns die Wahl, seine Liebe anzunehmen, mit ihm zu gehen, ihm nachzufolgen, oder eben auch nicht.

Am letzten Sonntag, und auch am heutigen, erzählt das Evangelium von Jesu Rede über die Notwendigkeit seines Todes am Kreuz. Auch das Fest Kreuzerhöhung letzten Dienstag und der Gedenktag am Mittwoch an die Schmerzen Mariens zeigen uns, dass eine Entscheidung für Jesus nicht automatisch heißt, dass es uns gut geht, dass das Leben nur noch Glück ist, dass uns nichts mehr passieren kann. Jesus macht klar, dass, wenn man sich für ihn entscheidet, das Kreuz der Begleiter des Lebens sein wird. Aber er verspricht auch, dass er dann an unserer Seite ist und mitträgt – durch die Kraft und den Trost des Heiligen Geistes, aber auch durch die Liebe der Menschen, die in unserem Umfeld sind.

Auch diese Nachfolge Jesu muss bewusst entschieden werden. Wir haben die Wahl! Wählen wir, in allen Bereichen, weil wir es dürfen.

Sabine Jasperneite, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe