verhüllt  offenbart: Adventliche Enthüllungen

30. November 2021
Meschede
Unter der Überschrift „verhüllt – offenbart: Adventliche Enthüllungen“ findet erneut ein Krippenprojekt der St. Walburga-Realschule in Kooperation mit der Gemeinde Mariä Himmelfahrt in Meschede statt.

Angeregt durch den verhüllten Arc de Triomphe in Paris durch die Künstler Christo und Jeanne Claude, haben sich Schülerinnen und Schüler der Walburgarealschule unter Federführung der Künstlerin und Kunstlehrerin Susanne Klinke und der Schulseelsorgerin Martina Thiele auch in diesem Jahr der Krippe in der Gemeinde Mariä Himmelfahrt angenommen und eine (zunächst) verhüllte Krippe geschaffen.

Die Ideengeber Christo und Jeanne-Claude haben an vielen Orten der Erde durch ihre Um-Hüllungen von Objekten einen neuen Blick auf Gewohntes ermöglicht. Ähnlich soll es auch bei diesem neuen Krippenprojekt sein: Durch Verhüllung kann Neues offenbart werden, kann ein neuer Blick Altes neu interpretieren.

Denn beim Verhüllen geschieht etwas Paradoxes: Das Verhüllte nimmt sich nicht zurück, sondern tritt betont hervor. Die Umhüllung kann uns sensibler machen, lässt uns genauer hinschauen, macht neugierig auf das, was darunter liegt.

„Verhüllungen schaffen Grenzen zwischen realen und spirituellen Räumen. Erst der Akt des Enthüllens öffnet beide Bereiche zueinander“ heißt es in der Projektbeschreibung. „Die Verhüllung schafft also eine Übergabesituation, aus der heraus etwas Neues oder etwas Neu-zu-sehendes durch die Enthüllung sichtbar wird.“

Die Idee, neugierig zu machen und Spannung aufzubauen, steht also hinter der Krippen-Verhüllung.

Am Beginn der Adventszeit zeigt sich zu Füßen des Altars von Mariä Himmelfahrt eine komplex verhüllte Gestaltung: Landschaft, Gebäude, Tiere und Figuren befinden sich an ihrem Platz, sind aber jeweils einzeln mit hellem Stoff umhüllt.
„Wie bei Christo und Jeanne-Claude sind die Umhüllungen keine Verpackungen, sondern sie arbeiten das je Wesentliche, das Charakteristische des verborgenen Kerns heraus. Sie nutzen dazu Fältelungen, Schnürungen und auch Freilassungen, also Bereiche des Nicht-Verhüllten.“

Und ebenfalls wie bei dem Künstlerpaar ist auch diese Krippenverhüllung zeitlich begrenzt: Woche für Woche werden einzelne Elemente und Protagonisten der Krippengestaltung enthüllt: Zunächst Jesaja und der Verkündigungsengel, dann Maria und Josef, danach die Hirten und ihre Tiere, anschließend die drei Könige etwas entfernt der Landschaft und am Heiligabend der Stall und endlich auch das Jesuskind.

So kann das Weihnachtsgeschehen im wahren Wortsinn als Enthüllung, quasi offenbart, erlebt werden. Denn was ist Weihnachten anderes als eine „Offenbarung Gottes in der Welt?“

Die kunstschaffenden Schülerinnen und Schüler der St. Walburga-Realschule und das Krippenteam der Himmelfahrt-Gemeinde, das auf beinahe 10 qm² aus Sand und Kies die Krippenlandschaft modelliert hat, laden herzlich ein, das Projekt zu beobachten und die Enthüllungen zu begleiten, um an Weihnachten einen neuen Blick auf die historische Krippe und das Weihnachtsgeschehen zu erhalten.

 

Projekthomepage:        über www.walburga-realschule.de oder  www.who-is-who.jimdofree.de

Kontakt:                       info@walburga-realschule.de

Susanne Klinke, Martina Thiele
An Klocken Kapelle 18
59872 Meschede

 

Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich;
was aber unsichtbar ist, das ist ewig.
2. Kor. 4, 18

Es ist […] immer wieder interessant, Rätsel in die Welt zu setzen,
das Enträtselnwollen beim Menschen zu erwecken.
Josef Beuys