Sinnvoll verzichten ist seliger als sinnlos verbrauchen.

16. Juli 2022
Schmallenberg
Wort zum Sonntag

Die Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine werden viele von uns am eigenen Leibe zu spüren bekommen, wenn im kommenden Winter die Heizkosten rasant steigen werden. Frieren ist angesagt. Und wer weiß, welche Folgen dieser Krieg noch haben wird. Ich denke an die Versorgung mit Nahrungsmitteln nicht nur hier bei uns, sondern weltweit.

Die Folgen des Klimawandels spüren jetzt schon viele am eigenen Leibe. In Italien gibt es kaum noch genug Wasser für alle. Die Dürre befällt sogar viele Landstriche in Deutschland, auch im Sauerland. Noch sind die Talsperren gut gefüllt.

Die Folgen einer Corona-Erkrankung ertragen immer noch viele am eigenen Leibe. Die Verantwortlichen in der Politik bereiten uns auf einen schwierigen Herbst und Winter vor. Es fehlt in den Kliniken Pflegepersonal. Schützen wir uns selber gut genug vor einer Ansteckung?

Diese „dunklen Wolken“ sehen viele von uns „am Horizont“ der kommenden Monate. Wir sehen sozusagen schwere Gewitter auf uns zukommen. Und was machen wir? Die Politik versucht, uns im aufkommenden Gewitter zu schützen mit vielen Maßnahmen. Wir selber können aber auch was tun unter dem Leitwort: „Weniger ist mehr“:

Weniger Energieverbrauch des Einzelnen bedeutet mehr Energie für alle, angefangen beim Autofahren bis hin zum Heizen.

Weniger Wasserverbrauch des Einzelnen bedeutet mehr Trinkwasser für alle.

Weniger egoistische Aggression in der Gesellschaft bedeutet mehr Wohlwollen untereinander und würde Heilungsprozesse fördern.

Als der Apostel Paulus nicht wusste, wie es mit ihm weitergehen würde, spricht er zur Gemeinde in Milet (Apostelgeschichte 20,32-35): „Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen. (…) Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt; ihr wisst selbst, dass für meinen Unterhalt und den meiner Begleiter diese Hände hier gearbeitet haben. In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.“

„Geben ist seliger als nehmen.“  –  Dieses Wort möchte ich angesichts unserer Krisen nun so deuten: Sinnvoll verzichten ist seliger als sinnlos verbrauchen. Selig, d.h. glücklich wird, wer das kann.

Ich werde nicht nur darüber nachdenken. Und Sie, liebe Leserinnen und Leser?

 

Georg Schröder, Dechant im Dekanat Hochsauerland-Mitte