Shalom

26. März 2022
Meschede
שלום

שלום

Shalom, das hebräische Wort, und ganz eng verwandt das arabische Salam, bedeuten Frieden. Doch es ist mehr als der völkerrechtliche Frieden, das Schweigen der Waffen, das Ende vom Krieg. Es meint einen umfassenden Frieden. Einen Frieden tief im Innern, bis zu einem Frieden zwischen Mensch und Natur, einen kosmischen Frieden, einen Frieden mit Gott.

Eine Illusion? Eine nicht zu erreichende Utopie? Oder doch der Versuch, das, was tief in mir steckt, diese tiefe Sehnsucht, Wirklichkeit werden zu lassen? Auch durch mich?!

Ich kann den Weltfrieden nicht beeinflussen. Ich habe keinen Zugang zu Putin oder anderen Diktatoren. Ich kann nur im ganz Kleinen anfangen. Bei mir. Fällt es mir nicht oft schon schwer genug, friedlich zu sein? Zu verzeihen, mich zu versöhnen? Einen Schritt auf andere zuzugehen, der oder die mich verletzt hat? Die Hand zur Versöhnung reichen? Doch damit fängt es an.

Und ist zugleich so schwer. Gibt es denn nicht gute Gründe, warum ich auf den oder die andere sauer bin? Warum ich verletzt, getroffen bin? Doch: was kann geschehen, wenn ich die Hand zur Versöhnung ausstrecke? Der „worst case“: alles bleibt, wie es ist. Der „best case“: es kann Frieden werden, Shalom, ein neues Miteinander.

Ist es das nicht wert? Probieren wir es doch. Es lohnt sich! Shalom!

 

Guido Hügen OSB

Abtei Königsmünster