Schau auf die kleinen Lichtblicke in dunklen Zeiten

12. März 2022
Schmallenberg
Wort zum Sonntag

Über zwei Wochen ist nun schon Krieg in der Ukraine, über zwei Jahre die Corona-Pandemie. Die Nachrichten, die täglich auf uns einprasseln, handeln fast nur noch von dem einen oder dem anderen. Brennpunkte, Sondersendungen und was noch alles… Es ist gut und richtig, dass wir seriös und gut informiert bleiben, in beiden Bereichen, aber mir ist das zu viel. Mir ist das einfach zu viel und ich gebe zu, dass die Nachrichten der letzten Wochen mich echt massiv runtergezogen haben.

Ich denke, ich bin nicht die Einzige, der es so geht. Ich versuche mich zu schützen, indem ich keine Nachrichten mehr schaue, nur noch ganz gezielt den Fernseher anstelle und mich nach Möglichkeit ablenke. Aber immer wieder kommen Nachrichten durch und schon kommen auch meine Ängste und Sorgen wieder in den Vordergrund.

Von einer Mutter mit fünf Kindern habe ich gehört, dass sie nur noch gemeinsam mit ihren Kindern die Kindernachrichten „logo“ schaut, da dort die wirklich schlimmen Bilder nicht gezeigt werden und die Nachrichten immer auch Hoffnungsschimmer oder Tipps enthalten, wie man mit den schweren Nachrichten umgehen kann. Diese Idee finde ich sehr bedenkenswert, für alle, denen es wie mir geht.

Ich versuche aber, neben allem Vermeiden und Ablenken, noch einen anderen Weg zu gehen. Ich versuche, das Positive und Schöne, die Lichtblicke in meinem Tag, ganz bewusst wahrzunehmen, auch wenn Sie noch so kurz sind. Mal ist es die Sonne, die mir morgens bei ihrem Aufgang mit voller Kraft ins Gesicht scheint. Mal ist es ein wunderschönes, buntes Blumengesteck, welches auf dem Altar eines Altenheimes steht, wo ich Gottesdienste feiere.  Mal ist es ein Hund, der sich mit Freude von mir streicheln lässt und mal ist es ein Kaffee und die Möglichkeit, eine Zeit lang in einem guten Buch zu lesen. Es sind auch die Berichte von Solidarität und Selbstlosigkeit mit den Menschen in der Ukraine und auf der Flucht, die Licht schenken.

Es gibt so viele kleine schöne Momente, die positiv wirken, Lichtblicke sein können. Aber oft ist es so, dass man diese nicht mehr sieht, wenn immer nur Katastrophenmeldungen kommen, wenn die Angst und die Sorgen überhandnehmen. Da ist es dann aber umso wichtiger, bewusst diese schönen Momente wahrzunehmen UND zu genießen.

Jeder und jede muss den eigenen Weg finden, mit den belastenden Situationen umzugehen, aber eines ist sicher: Es gibt viele Menschen, denen es genauso geht und es gibt den einen, der alle Wege mit uns geht: Gott! Darauf dürfen wir fest vertrauen!

Ich wünsche Ihnen für die neue Woche viele kleine Lichtblicke.

Es grüßt Sie herzlich,

Sabine Jasperneite, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe