„Maria ist eigentlich ganz anders“

2. November 2021
Bestwig
Vorträge von Andrea Schwarz am 25. und 26. Oktober gut besucht

„An Maria scheiden sich die Geister“, so klang der Auftakt von Andrea Schwarz, die am 25.10. in Bestwig und am 26.10. in Wenden gastierte.

Rund 40 Teilnehmende im Kloster und rund 50 Teilnehmende im Pfarrheim lauschten gespannt der renommierten Autorin.

Frau Schwarz ist der Meinung, dass wir von Maria etwas lernen können, für unser Leben und für unseren Glauben. Sie habe das Göttliche in sich getragen und war doch Mensch.

Mit Maria fängt alles an, vor allem die Geschichte Jesu mit uns. Der Engel kommt mitten in Marias Leben, um ihr zu verkünden, dass sie ein Kind erwartet. Schwarz fragte: „Sind wir da, sind wir innerlich bereit, wenn der Engel in unser Leben kommen will?“

Bis heute gibt es ein äußeres Zeichen dafür, dass der Engel des Herrn da ist und zu uns kommen will: Das Angelus-Läuten. Es unterbricht das scheinbar Wichtige im Alltag.

Schwarz machte deutlich, dass Maria nicht nur etwas für KatholikInnen ist. Im Gotteslob findet sich z. B. ein Mariengebet von Martin Luther und Maria spielt auch im Koran eine nicht unbedeutende Rolle.

Ihr Buch „Eigentlich ist Maria ganz anders“ hat Schwarz anhand der Marienfeste im Jahresverlauf gegliedert. Die Autorin stellte klar: „Maria trägt Gott in sich und schenkt ihn den Menschen, sie ist die Pforte zum Himmel.“

Zudem ist Maria Fürsprecherin der Menschen bei Gott. Auf ihre Fürsprache wird oft gebetet, viele Menschen entzünden Kerzen, wenn sie zu Maria beten. Es ist die Vergewisserung: „Da ist einer an meiner Seite.“

Frau Schwarz erklärte anhand der Geschichte vom „Kleinen Prinzen“: Bei der Jungfräulichkeit Mariens im biblischen Sinne geht es weniger um ein biologisches Faktum als vielmehr um eine Haltung. Maria ist offen und berührbar für Gott. Schwarz sagt, man müsse beide Geschichten mit dem Herzen verstehen.

Im Folgenden erläuterte Schwarz einige Fakten:

–       Maria ist die einzige Heilige, von der wir die Geburt feiern und nicht den Todestag

  • Jeder Mensch hat seine „Macken“, nur Maria kam vollkommen zur Welt, damit Gott durch sie zur Welt kommen konnte
  • Maria wurde „mit Leib und Seele“ in den Himmel aufgenommen, Jesus ist in den Himmel aufgefahren
  • Die Europafahne fußt auf dem Bild Mariens mit einem Sternenkranz auf blauem Grund
  • Maria ist der einzige weibliche Vorname, den Männer tragen dürfen

Dann erläuterte Schwarz einige Mariendarstellungen, z. B. Maria Knotenlöserin, die Madonna der Fahrensleute, Madonna der Seefahrt und Maria de la leche in Spanien.

Die Autorin stellte klar: Maria kennt die Schmerzen der Menschen, sie weiß, was Leiden heißt, da sie ihren Sohn verloren hat. Daher ist sie, oft in der Darstellung der Pietat, so populär in der Volksfrömmigkeit. Schwarz geht darauf ein, was die Rede vom „Dornwald“ bedeutet, er steht für die dunklen Situationen in unserem Leben. Gott und Maria begleiten uns dort hindurch.

 

Abschließend hielt die Autorin fest: „Gott wird Mensch, damit Menschen die Liebe erfahren können. Maria bringt ein Stück Himmel zur Welt, mitten in die Dornen unseres Lebens hinein. Gott ist bei uns in all unserer Armseligkeit und aus den Dornen unseres Lebens blühen Rosen. Das ist das Revolutionäre der Liebe Gottes.“