Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt  Viele kleine Lichter können einen Raum taghell machen!

12. Juni 2021
Wormbach
Wort zum Sonntag

Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt. Diese Worte aus dem fünften Kapitel des Matthäus-Evangeliums, welche heute das Tagesevangelium sind, gehen mir jetzt gerade, wo ich mich hinsetze um das Wort zum Sonntag zu schreiben, nicht aus dem Kopf.

Jesus spricht sie ja nicht nur zu den Menschen damals, sondern mitten in unsere Welt, mitten in unsere Zeit.  Ich bin Christin und darum gelten diese Worte auch mir. Ich arbeite in der katholischen Kirche und nicht nur als Gemeindereferentin, sondern auch als getaufte Christin, bin ich aufgerufen, wie Salz zu sein, wie Licht zu leuchten mit der hoffnungsvollen Botschaft, die mir geschenkt ist.

Auch wenn ich mit ganzem Herzen in der katholischen Kirche arbeite, machen mich die Vorgänge und Heimlichkeiten, die schweren Verfehlungen und das nicht eingestehen von schwerer Schuld fassungslos. Irgendwie wackelt gerade das irdische Fundament meiner Kirche und das macht mich unfassbar traurig. Vielleicht geht es Ihnen genauso. Das Gute wird nicht mehr gesehen, weil das Andere, zu Recht, alles überlagert.

Ja, es gibt auch so viel gutes Wirken in der Kirche. So viele Menschen, die sich von Herzen bemühen, nach dem Evangelium zu leben, Gottes Liebe zu den Menschen zu bringen und sie auch selbst zu leben. Personen, die Salz sind und Licht für die ihnen anvertrauten Menschen.

Wie kann es weitergehen in und mit dieser Kirche? Diese Frage ist wahrscheinlich nicht nur in meinem Kopf, sondern in den Köpfen vieler von Ihnen. Eine ehrliche Antwort ist: Ich weiß es nicht. Einige haben für sich die Entscheidung getroffen, der Institution den Rücken zu kehren. Nach allem was war und ist, habe ich Verständnis dafür.

Ich persönlich habe für mich entschieden, auch wenn es kein leichter Weg ist und wird, in dieser Kirche weiter zu gehen und zu versuchen, den Glauben an Jesus Christus als Fundament des Lebens zu stärken. Diese wahre und von Missbrauch und Unterdrückung freie Botschaft von Jesus als den Erlöser der Welt und meines ganz persönlichen Lebens gilt es mit Freude weiter zu tragen. Dafür bin ich in diesem Beruf angetreten. Ich bin zwar nur ein sehr kleines Licht, aber viele kleine Lichter können auch einen Raum taghell machen.

Egal wie jeder und jede sich persönlich entscheidet, wir können sicher sein, dass Jesus uns nicht verlässt, dass er bei uns ist, weil ER uns dies in der Taufe auf ewig zugesagt hat. In diesem Vertrauen gehen wir weiter und ER geht mit.

Sabine Jasperneite, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe