„Das ‚Wir‘ muss Form und Stimme finden“

17. Dezember 2021
Paderborn
Weihnachtsbriefe: Erzbischof Becker ermutigt zur Beteiligung am Diözesanen Weg 2030+ und am weltweiten Synodalprozess 

Zum bevorstehenden Weihnachtsfest schreibt Erzbischof Hans-Josef Becker an die Priester und Diakone, das pastorale Personal und die Religionslehrkräfte im Erzbistum Paderborn und dankt damit für deren „treuen Dienst in dieser schwierigen Zeit“. Zugleich ermutigt der Paderborner Erzbischof zur Beteiligung am Diözesanen Weg 2030+ und am Synodalprozess der Weltkirche: „Wir können im synodalen Prozess der Weltkirche mit den guten Erfahrungen aus unserer eigenen Bistumsentwicklung wertvolle Impulse geben“, ist Erzbischof Becker überzeugt. Er lädt deshalb ausdrücklich dazu ein, in beiden Prozessen die Zukunft der Kirche aktiv mitzugestalten.

Diözesanen Weg 2030+ mitgehen

Im Oktober wurde das Zielbild für den Diözesanen Weg 2030+ des Erzbistums Paderborn vorgestellt. Es konkretisiert das Zukunftsbild aus dem Jahr 2014 und legt Vereinbarungen für den weiteren Entwicklungsprozess der Erzdiözese fest. „Damit das Zielbild 2030+ wirksam wird, braucht es eine Übereinkunft auf allen Ebenen. Das ‚Wir‘ im Zielbild muss Form und Stimme finden“, fordert Erzbischof Becker in seinen Weihnachtsbriefen zur gemeinsamen Gestaltung auf.

Die Kirche müsse im Jahr 2030+ diakonisch und missionarisch sein, aus der Kraft des Evangeliums leben und ihre Ressourcen an das Engagement vielfältiger Menschen knüpfen, erklärt der Paderborner Erzbischof. „Wo habe ich heute die Kraft des Evangeliums gespürt, erlebt und geteilt?“, nennt Erzbischof Becker in diesem Kontext einen Impuls zum Mitdenken. Die Gremien vor Ort ruft er auf, die Handlungsempfehlungen für den Diözesanen Weg 2030+ „für sich durchzubuchstabieren und zu konkretisieren“. In Pastoralwerkstätten könne ab Frühjahr 2022 daran von allen Interessierten gemeinsam weitergearbeitet werden.

Weltweiten Synodalprozess mitgestalten

Die Ergebnisse der bisherigen Bistumsentwicklung der Ortskirche von Paderborn seien eine gute Basis, um sich auch engagiert am   Synodalprozess der Weltkirche zu beteiligen, macht Erzbischof Becker weiter deutlich. Im Erzbistum Paderborn können die zehn zentralen Fragen von Papst Franziskus an die Gläubigen weltweit über ein Formular auf der Homepage der Erzdiözese abgerufen und beantwortet werden (www.erzbistum-paderborn.de/themen-angebote/weltweiter-synodaler-prozess). Eine Verständigung über diese Fragen sei „gut im Sinn einer geistlichen Fundierung am Beginn der Arbeit in den neu gewählten Gremien“ möglich, schlägt Erzbischof Becker vor. Die Resonanzen werden bis zum 28. Februar 2022 gesammelt und an die DBK geschickt, die wiederum die Rückmeldungen aus allen deutschen (Erz-)Diözesen zusammenfasst und bis zum 15. August 2022 in den Vatikan weiteleitet. Hier werden alle Rückmeldungen aus der Weltkirche zu einem Arbeitspapier für die Bischofssynode im Oktober 2023 aufbereitet.

Menschen groß machen

Die Corona-Pandemie präge auch in diesem Jahr die Advents- und Weihnachtszeit, stellt Erzbischof Becker weiterhin in seinen Briefen fest und versichert: „Gott bleibt bei uns. Unsere Hoffnung kann niemals im Lockdown ersticken.“ Er wisse jedoch, wie belastend der Corona-Alltag in den Schulen für Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte sei, schreibt der Paderborner Erzbischof, der auch Schulbischof der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist, an die Religionslehrerinnen und -lehrer. Die Botschaft des göttlichen Kindes sei es, Menschen groß zu machen und aufzurichten. „Und so können auch durch Ihr Zeugnis, Kinder und Heranwachsende Kräfte in sich spüren, die sie für ihr Leben stärken und auch durch das bald kommende Jahr 2022 tragen.“

Ein weiteres wichtiges Anliegen gibt der Paderborner Erzbischof den Adressatinnen und Adressaten seiner Weihnachtsbriefe mit auf den Weg: das Engagement für den Klimaschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt. Beides geschehe im Erzbistum in vielen Bereichen. „Miteinander müssen wir weiter alle erdenklichen Möglichkeiten nutzen, die uns anvertraute Schöpfung zu schonen und zu bewahren“, appelliert Erzbischof Hans-Josef Becker in seinen Briefen zum Weihnachtsfest.