„Bleibt alles anders!?“  Auftaktveranstaltung mit Thomas Frings war voller Erfolg

20. Oktober 2021
Bestwig

„Bleibt alles anders!?“ – Auftaktveranstaltung mit Thomas Frings war ein voller Erfolg

Mehr als 40 ZuhörerInnen folgten am Montagabend im Bergkloster Bestwig einem sehr kurzweiligen und lebendigen Vortrag von Thomas Frings zur Frage: „Ist Gehorsamkeit im Glauben und in der katholischen Kirche noch zeitgemäß?“

In einer mitreißenden Art erzählt Frings von den Veränderungen, die er sich für die Kirche wünscht: „Einen echten Umbruch und Neuanfang.“ Er ist der Meinung, die Kirche sei noch lange nicht am „Nullpunkt“, an dem manche sie sehen. Öffentlich diskutiert würden die „kritischen Punkte“: Das Diakonat/Priestertum der Frau, die Segnung Homosexueller, die Missbrauchsfälle und das Pflichtzölibat.

Im Kontext der Aktion „Liebe gewinnt“ erkennt Thomas Frings bereits positive Veränderungen. Dass sich sechs deutsche Bischöfe gegen ein Schreiben aus Rom wenden, kommt einer Revolution gleich, meint er, und das wäre so vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Ebenfalls die Äußerung einiger Bischöfe, dass sie sich eine Frau im Priesteramt durchaus vorstellen können.

Es gäbe aber immer noch zu viele Widrigkeiten im System Kirche, so Frings, beispielsweise dass der „Synodale Weg“ nicht demokratisch strukturiert sei und dass es auch an anderen Stellen in der Kirche nicht demokratisch zugehe. Frings legt den Finger in die Wunde und legt dar, dass Kirche und Gesellschaft von den Missbrauchsfällen hart getroffen seien: „Der Schaden von innen her ist so groß, wie ihn keiner erwartet hat.“ Auch er selbst habe die Vorfälle nicht für möglich gehalten. Zudem habe der Missbrauch nur funktioniert, weil im System ein gegenseitiger Schutz bestehe.

Frings selbst erlebte den Gehorsam früher als etwas Erhebendes, heute betrachte er ihn jedoch als höchst problematisch. Seine einjährige Beurlaubung war für ihn ein Aufbruch zu neuen Ufern. Kirche müsse neu gedacht werden, von der Taufe her, weniger vom Klerus, führt er aus.

Er gibt zu bedenken, dass die Evangelikalen die einzige Gruppe unter den Christen seien, die noch wachse. „Wir müssen von ihnen lernen“, „wenn es beispielsweise um multimediale Gottesdienste geht, die Jüngere ansprechen.“ Es brauche Emotionalisierung und Visualisierung in Verbindung mit einer guten Theologie.

„Wir müssen uns mehr trauen, es braucht eine Kommunikation auf Augenhöhe mit der Gemeinde und ein Denken von den Menschen her.“

Das Geheimnis liege laut Frings darin, Kleinigkeiten zu verändern, mit denen man auf die Menschen zugeht. Man könne vor dem Gottesdienst die Leute zum Mitsingen einladen oder Zettelchen mit Fürbitten im Eingang auslegen, damit die Gemeinde einbezogen wird. Die Menschen sollen sich eingeladen fühlen, einen guten, lebendigen Gottesdienst mitzugestalten.

Es gehe darum, aktiv Zeugnis abzulegen und immer wieder die Frage zu stellen, was man verändern könne an der hierarchischen „Priesterkirche“ oder auch bei den Sakramenten. Frings berichtet von zahlreichen kreativen Ideen Ehrenamtlicher, die aber leider allzu oft ausgebremst würden. Sein Wunsch ist es, „dass die Menschen mit Gott in Berührung kommen.“

 

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