Masterplan für die Seele

30. Januar 2021
Wormbach
Wort zum Sonntag

Hier wurde es der Regierung bzw. den Verantwortlichen zugeschoben, dass sie so etwas erstellen müssen.

Da bin ich anderer Meinung. Einen Masterplan für die eigene Seele kann nur jeder und jede selbst festlegen. Was braucht es, damit es mir dauerhaft gut geht? Was brauche ich, damit ich gut durch diese schwierige Zeit komme und kann ich das selbst für mich tun oder brauche ich Hilfe?

Und da sind wir, meiner Meinung nach, an einem Knackpunkt angekommen. So mancher weiß sehr gut, dass seine Seele eigentlich Hilfe von außen braucht. Ich schließe mich da ein. Immer wieder gibt es Situationen, wo ich alleine nicht weiterkomme, wo ich ein gutes Gespräch brauche, sei es mit einer guten Freundin, mit einem anderen Seelsorger oder einer Seelsorgerin und manchmal braucht es auch das Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten.

Mein Gefühl ist, dass um Hilfe bitten, wenn es um seelische Dinge geht, immer gleich als Schwäche ausgelegt wird. Oft auch im eigenen Kopf. Oh, der oder die braucht einen Psychotherapeuten, muss in eine Klinik, kann sein Leben nicht alleine meistern, ist ein Stück verrückt. Nicht zuletzt aus Angst, was andere sagen, wird diese dringend benötigte Hilfe oft nicht in Anspruch genommen. Dabei ist um Hilfe bitten die größte Stärke.

Und hier möchte ich allen Mut machen, um Hilfe zu bitten. Ich weiß selbst, wie schwer es ist. Es ist einfach, um Hilfe zu bitten, wenn ich mit einem gebrochenen Bein die Einkäufe nicht ins Haus tragen kann. Da fällt das um Hilfe bitten leicht. Wenn die Seele schmerzt, kann das niemand sehen.

Es gibt so viele gute Hilfsangebote, sowohl von der Kirche als auch von staatlicher Seite. So viele tolle engagierte Menschen stellen sich zur Verfügung, am Telefon, im persönlichen Gespräch, im Chat. Sie wollen den Menschen helfen. Aber um Hilfe bitten und sich eingestehen, dass man Hilfe braucht, das kann man nur selbst. Und wenn man das tut, dann ist der Weg frei für neue Gedanken, neue Wege und die langfristige seelische Gesundheit. Um Hilfe bitten macht frei, weil man nicht alles alleine tragen muss. Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich.

Es grüßt Sie herzlich

Sabine Jasperneite, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe

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