Wort zum Sonntag

Liebe ganz göttlich …

Sabine Jasperneite

Immer wieder herausfordernd, wenn ich im Evangelium dieses Sonntags die Antwort Jesus auf die Frage höre, welches das wichtigste aller Gebote ist, die wir von Gott bekommen haben.

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mk 12,28b-34)

Was ich daran herausfordernd finde? Immer mal etwas anderes. Mal fällt es mir schwer, Gott von ganzem Herzen zu lieben. Ja, wenn meine persönliche oder unsere globale Welt mal wieder Kopf steht und Dinge passieren, die nie passieren dürften, dann werde ich schon echt wütend, auch auf Gott.

Dann kommt der Teil mit der Nächstenliebe. Wie oft scheitere ich an diesem Punkt, weil ich so verletzt wurde, dass ich den anderen einfach nicht lieben kann. Manchmal geht der andere für mich so andere und unverständliche Wege, die vielleicht gegen meine Wege gehen und schon bin ich in so bekannten Gefühlen wie Wut, Angst, Neid und Missgunst. Da fällt Toleranz und Respekt echt schwer.

Und dann der unangenehmste Punkt: Selbstliebe. Können Sie sich so akzeptieren und annehmen wie Sie sind? Ich meine nicht nur mit allen Stärken und Fähigkeiten, sondern auch mit allen Fehlern und Schwächen? Mir fällt das immer wieder schwer. Warum kann ich das nicht auch, was der andere kann? Warum falle ich immer wieder in die gleiche alte Spur und tue mir und anderen damit nicht gut?

Alles drei zu leben wäre göttlich, aber auch eine göttliche Herausforderung für mich.

Ich finde es toll, dass Jesus mit seinem doch so schlicht daherkommenden Satz seinen Finger immer wieder in diese Wunden legt. Er will ja unser Bestes. Er wünscht sich ja nichts mehr als ein Leben in Fülle und Freude für uns.

Mich spornt das Evangelium an, mal wieder genauer hinzuschauen. Vor allem auf meine Praxis im ganz normalen Alltag. Wie gehe ich mit Gott um, mit meinem Nächsten und mit mir selbst? Änderungen können nur vorgenommen werden, wenn man sich der Realität bewusst ist, und mag sie auch noch so unschön sein. Vielleicht haben auch Sie Lust dazu, sich im dunklen Monat November bei einer Tasse Tee auf dem Sofa und der Bibel in der Hand, dieser Herausforderung zu stellen. Das Schöne ist: Jesus hat es uns vorgemacht und ER liebt uns so wie wir sind.

Ich wünsche uns allen, dass wir uns dieser Herausforderung stellen, denn dann machen wir das Leben ein Stück besser: Für uns persönlich, aber auch für unsere Nächsten. Aber nie vergessen: Jesus liebt uns bedingungslos!

Es grüßt Sie herzlich,
Sabine Jasperneite, Gemeindereferentin im  Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe