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Lichtblicke schenken – Lichtblick sein

Sabine Jasperneite

Da sind sie wieder, die dunklen Tage bzw. die dunklen Wochen. Kein anderer Monat im Jahr führt uns die Dunkelheit so vor Augen wie der November. Die Uhr wurde letztes Wochenende umgestellt und die sowieso schon kurz gewordene Zeit, an der es hell ist, wurde „gefühlt“ um eine Stunde verkürzt.

Jetzt könnte man sagen, der Dezember ist auch dunkel, doch ab Anfang Dezember zünden wir Menschen immer mehr Kerzen an, die adventliche Beleuchtung in den Straßen und den Häusern brennt und der Dunkelheit wird durch dieses Licht etwas Bedrohlichkeit genommen.

Licht ist mehr als Helligkeit: Es macht uns glücklich oder traurig, es stresst und beruhigt. Licht ist ein Mittel, unsere Psyche zu steuern, und es beeinflusst unsere Gesundheit. Licht dient dem Menschen nicht nur zum Sehen, es ist darüber hinaus ein wichtiger Taktgeber für unsere biologische Uhr. Licht hat viel damit zu tun, ob wir wach, ausgeruht und leistungsstark sind, ob wir gut schlafen und uns fit und gesund fühlen.

Ja, ich denke bzw. weiß, dass es viele Menschen gibt, die wie ich, in diesem dunklen Monat ihre Probleme haben. Sei es, weil es ihnen sowieso schon psychisch nicht so gut geht, oder weil sie allein sind und nun wegen der Dunkelheit noch weniger Möglichkeit haben, einfach unter Menschen zu kommen.

Vielleicht vermissen Sie auch einen lieben Menschen und diese äußere Dunkelheit lässt das dunkle Loch in Ihrem Herzen noch größer wirken. Nicht umsonst ist dieser Monat auch der Monat, in dem wir die vielen kirchlichen und auch staatlichen Gedenktage an die Verstorbenen feiern (Allerheiligen / Allerseelen / Volkstrauertag / Totensonntag).

Wie schön ist es dann, wenn wir, im übertragenen Sinne, Lichtblicke geschenkt bekommen. Jede und Jeder von uns kann solche Lichtblicke erzeugen bzw. selbst sein. Lächeln Sie doch einmal dem Menschen zu, der Ihnen mit einem traurigen Gesicht auf der Straße entgegen kommt oder reden Sie, während Sie an der Ampel warten kurz mit jemandem. Verschicken Sie doch mal wieder (ganz altmodisch) eine Postkarte an einen Menschen, wo Sie wissen, dass er oder sie diese Dunkelheit und den Winter nur schwer ertragen kann. Neumodisch würde auch ein Smilie J per WhatsApp oder ein „Ich denke an dich“ so ein Lichtblick sein. Besuchen Sie doch jemanden, den Sie schon lange nicht mehr gesehen haben, schenken Sie etwas Zeit und damit Licht. Es gibt tausend kleine Möglichkeiten.

In Ihrem Leben ist es vielleicht nur eine ganz kleine Handlung, etwas, dass Sie kaum wahrnehmen. Im Leben eines Menschen, der unter der Dunkelheit leidet, aus welchem Grund auch immer, kann so eine Handlung aus einem schlechten Tag einen guten Tag machen, aus einem Tief herausholen oder Mut machen, dass man nicht allein ist.

Trauen Sie sich, seien Sie Licht. Jesus hat uns diese Fähigkeit zugesprochen. Ihr seid das Licht der Welt (Mt 5,14). Helfen wir uns gegenseitig durch den dunklen Monat und darüber hinaus. Jeder Lichtblick ist wichtig!

Sabine Jasperneite, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe