Wort zum Sonntag

Lebensspender und Todbringer – Urelement Wasser

Michael Kloppenburg

„Mairegen bringt Segen, und werden wir naß, so wachsen wir lustig, wie Blumen und Gras.“ und „Heftiges Unwetter wütet über Freienohl. Keller und Straßen überflutet.“ – Das Regenlied von Abraham Emanuel Fröhlich und die Schlagzeile aus der WP vom 20. Mai 2019 zeigen die Ambivalenz des Elements Wasser: Es kann Lebensspender und im Übermaß eine zerstörerische Kraft sein.

Es gibt keinen Menschen, der keine Erfahrungen mit Wasser hat. Unabhängig von Zeit, Kultur oder Herkunft – das Symbol des Wassers spricht jeden Menschen unmittelbar an. So verwundert es nicht, wenn Wasser in allen Kulturen, Religionen und spirituellen Traditionen der Welt seit frühester Zeit eine zentrale Rolle einnimmt. Es gehört zu den Grundsymbolen menschlichen Lebens überhaupt und es ist ein ganz zentrales Symbol für den christlichen Glauben. Das Thema Wasser ist in allen vier Evangelien präsent. In Erzählungen wie beispielsweise die Taufe Jesu im Jordan, die Hochzeit zu Kana, das Gespräch Jesu mit Nikodemus oder mit der Samaritanerin am Jakobsbrunnen, als auch in mehreren Szenen am See Genezareth ist die Wassersymbolik elementar greifbar.

Der Dürresommer des letzten Jahres hat eindrücklich gezeigt: Alles Leben stammt aus dem Wasser und ohne Wasser gibt es kein Leben. Das gilt auch für den Menschen. Ohne Nahrung kann ein Mensch zur Not viele Tage überleben, ohne Wasser aber kaum. Die Erde ist nur deshalb vom Menschen bewohnbar, weil sich auf ihr Wasser in ausreichender Menge und in flüssigem Zustand befindet. Durch Wasser wird das Gedeihen von Pflanzen, Tieren und Menschen erst möglich. Wasser ist mehr als die chemische Verbindung aus den Elementen Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H). Wasser ist lebensnotwendig. Es ist für alle Lebewesen ein unendlich kostbares Gut.

Wer sich intensiver mit dem lebensspendenden Element Wasser auseinandersetzen möchte, dem sei der diesjährige „Spirituelle Sommer“ vom 06.06.–01.09.2019 mit seinem Leitthema Wasser empfohlen. Viele der Veranstaltungen laden dazu ein, sich den spirituellen Qualitäten des Wassers zu nähern. In Kunstprojekten, Konzerten, Wander- und Pilgerangeboten, Meditation und Gebet, Tanz, Führungen, Vorträgen, Gesprächen und vielem mehr gibt es dazu Impulse.

Michael Kloppenburg, Dekanatsreferent im Dekanat Hochsauerland-Mitte