Wort zum Sonntag

Leben – was sonst!?

Monika Winzenick

“Du hast dich ja überhaupt nicht verändert.“ Jeder von uns hat diesen Satz schon mal gehört. „Bleib so wie du bist“, auch dieser Satz ist uns bekannt. Wenn ich diese Worte höre, erschrecke ich. Ich soll so bleiben wie ich bin? Nein, das will ich nicht! Leben ist Veränderung. Veränderungen geschehen langsam oder auch rasend schnell, wie wir es gerade in den vergangen Monaten durch Corona erlebt haben. Viele Menschen haben Angst vor Veränderungen. Angst, Gewohntes aufgeben zu müssen.

Im heutigen Evangelium steht ein Satz, der mir Mut macht. Im Matthäus-Evangelium heißt es: „Da sagte Jesus zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.“ (Mt 13, 52). Neues und Altes hervorholen, frage ich mich? Höre ich nicht immer wieder, das Neue ist eine Chance, wir müssen Altes überwinden, damit das Neue Platz findet in unserem Leben? Jesus sagt uns etwas anderes: Aus unserem Schatz des Lebens sollen wir nicht nur das Neue sehen, sondern die „Schätze des Alten“ und die „Schätze des Neuen“ hervorholen. Sie stehen gleichwertig nebeneinander.

Was aber sind meine Schätze? Wofür habe ich diese überhaupt angesammelt? Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um mehr Leben. Ich kann auch fragen: Was hindert mich am Leben? Wovon muss ich mich trennen? Was sind meine alten und neuen Lebensschätze? Holen wir das aus unserem Lebensschatz, was uns zu mehr Leben führt. Denn es geht um das Leben – was sonst?!

Monika Winzenick, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe