Wort zum Sonntag

Kennen Sie Ihre Gesundheitserreger?

Sabine Jasperneite

27. September 2020: Jetzt denken Sie wahrscheinlich, was ist denn mit der Frau Jasperneite los? Nein, die Frage ist ernst gemeint. Kennen Sie Ihre Gesundheitserreger? Ich war am letzten Wochenende auf einer Tagung, wo es um Spiritualität und Gesundheit ging. Den Vortrag hat Prof. Dr. Christoph Jakobs gehalten, Professor und Pastoralpsychologe an der Theologischen Fakultät in Paderborn. Wir, eine Gruppe Frauen, wollten gemeinsam mit ihm darauf schauen, wie Spiritualität und Gesundheit sich gegenseitig benötigen und wie wir unsere persönliche Spiritualität gesund machen oder halten können.

In den letzten Monaten gibt es immer nur das Gespräch über einen ganz bestimmten Krankheitserreger, nämlich COVID 19, das Corona-Virus. Alle Welt redet darüber, viele sind persönlich oder in anderer Art davon betroffen und dann gibt es noch die, die leugnen, dass es ihn überhaupt gibt.

Ich bin davon überzeugt, dass die Vorsichtsmaßnahmen wichtig und richtig sind. Auch wir mussten bei der Tagung im Raum im Durchzug sitzen, auf Abstand und mit Mundschutz. Ungewohnt, unbequem, aber wichtig.

Viel wichtiger fand ich aber den Hinweis von Prof. Jacobs, dass wir doch auch in Krankheit, welche auch immer uns körperlich oder seelisch belastet, einen guten Blick auf die noch vorhandenen gesunden Teile werfen sollen und uns klar werden sollen, wie wir diese unterstützen und fördern können.

Finden Sie Ihre Gesundheitserreger! Also habe auch ich mich auf die Suche gemacht und ob sie es glauben oder nicht: Auch diese sind wirklich da! Da gibt es nichts zu leugnen. Für mich persönlich sind es Freundschaften, die es zu pflegen gilt, mein Gebetsleben, für das ich mir Zeit nehmen möchte und auch die Tasse Kaffee am Morgen hat einen sehr positiven Einfluss auf den vor mir liegenden Tag.

Immer schauen wir nur auf die Krankheitserreger und das ist auch menschlich, denn diese sind für uns ja Belastung und Herausforderung. Aber warum nicht auch mal auf die Gesundheitserreger schauen? Was trägt zu meinem persönlichen seelischen und körperlichen Gleichgewicht bei? Was sollte ich fördern, damit ich gesund bleibe oder auch wieder gesünder werde, wie weit das auch immer möglich ist.

Schauen Sie doch auch mal auf Ihre Gesundheitserreger! Es lohnt sich wirklich, weil man selbst einen anderen Blick auf das eigene Leben bekommt. Positiver, weil selbst umsetzbar.

Ich wünsche Ihnen für die kommenden Wochen und Monate, die wir ja leider noch in der Pandemie leben müssen, immer wieder diesen Blick!

Sind Ihnen beim Lesen dieses Artikels schon Ihre Gesundheitserreger eingefallen? Dann nichts wie aufschreiben, fördern und leben.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund.

Herzliche Grüße,

Sabine Jasperneite, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe