Wort zum Sonntag

In der Wegspur der “Heiligen Drei Könige”

Bernadette Klens

5. Januar 2020: Parteien benennen ihre Treffen nach diesem Fest, ein Reliquien-Schrein im Kölner Dom ist nicht nur dann  beliebtes Touristenziel … die weltweit größte Kinderaktion, die Sternsinger-Aktion, findet zeitnah statt: Der Dreikönigs-Tag am 6. Januar ist durchaus populär,  auch wenn die offizielle kirchliche Bezeichnung „Erscheinung des Herrn“ nicht unbedingt Einzug in unseren alltäglichen Sprachgebrauch gehalten hat.

Seit dem 4. Jahrhundert begeht die Kirche dieses Fest, das auf einem Abschnitt aus dem Matthäus-Evangelium (Mt 2, 1-12) gründet, der die Ankunft von Sterndeutern aus dem Osten in Betlehem schildert. Aus ihnen wurden im Laufe der Zeit die „Heiligen drei Könige“. Die mittelalterliche Kunst stellt sie dann später als Vertreter der damals bekannten Erdteile dar: als Europäer, Asiate und Afrikaner. So kommt die damals bekannte Welt zum Kind in der Krippe. Manchmal ordnete man ihnen auch verschiedene Lebensalter zu: einer wurde als Jüngling dargestellt, der zweite im besten mittleren Alter und der dritte als älterer Mann. Alle Lebensphasen sind eingeladen sich von Gottes gutem Stern führen zu lassen.

Selbst denke ich gern an einen Israel-Aufenthalt über Weihnachten zurück, den wir damals mit einer Jugendgruppe dort verbrachten. Die Figuren an der Krippe bildeten bei einer Wanderung die Grundlage eines Bibelgespräches: Hirten, Engel, Maria und Josef  … und eben auch die Sterndeuter. Intensiv diskutierten wir über unsere Zukunft: Sind wir bereit wie sie aus Sicherheiten aufzubrechen? Von welchen Wertvorstellungen lassen wir uns führen? Mit welcher Haltung begegnen wir Widerständen, die sich uns entgegenstellen? Welche Sehnsüchte leiten uns auf unserem Weg – auch im Glauben? Heute, viele Jahre später, stelle ich fest: die Fragen sind geblieben. Aber an so mancher Wegkreuzung ist auch die Erfahrung gewachsen, dass es ihn gibt, diesen Lebensstern, der mir hilft meinen Weg zu finden und der mich auch immer wieder hinführt zu diesem Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, um wirklich alles mit uns zu teilen. Und mir bleibt wie den Sterndeutern ein Staunen über die Größe dieses kleinen Kindes in der Krippe.

Einen gesegneten Sonntag, am Montag ein frohes Dreikönigsfest und den Mädchen und Jungen, die in der Wegspur der „Heiligen Drei Könige“ als Sternsinger unterwegs sind, offene Türen und offene Herzen!

Bernadette Klens, Eslohe, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe