Aktuelles_Hauptseite

„Ich kann nicht mehr weinen“ – Christoph Rickels im Bergkloster Bestwig

Christoph Rickels. Foto: privat

Zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung am Karfreitag laden die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel auch dieses Jahr wieder ins Bergkloster Bestwig ein. Am 19. April berichtet Christoph Rickels, Gründer des Netzwerkes „First togetherness“, um 19.30 Uhr aus seinem bewegten Leben.

„Wir, die wir oft dazu neigen, ein böses Wort mit einem bösen zu vergelten oder mit einem strafenden Blick, mit Beleidigt-Sein oder Nicht-Beachten des anderen, werden einen Menschen erleben, dem es gelungen ist, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen“, verspricht Schwester Maria Ignatia Langela, die für die Veranstaltungen am Karfreitag verantwortlich ist.

Christoph Rickels war Schulsprecher, galt als „cooler Macker“, war in Sport immer eine Eins und stand mitten im Leben. Seine Leidenschaft galt der Musik. Er hat Lieder komponiert und  Klavier gespielt. Dann wurde er bei einem Diskobesuch ins Koma geprügelt. Jetzt ist er schwerbehindert.

Kurz vor diesem tiefen Einschnitt hatte er noch ein Lied geschrieben, in dem es heißt: „Ein Mensch, wie er einst war, ist in dieser Sekunde nicht mehr da.“ Fast totgeschlagen und innerlich fast zerbrochen, gründete er drei Jahre später das Netzwerk „First togetherness“ – übersetzt: „Zuerst das Miteinander“. Christoph Rickels sagt selbst: „Das ‚Wir‘ cool zu machen ist heute meine Leidenschaft.“

Von der Bundesregierung als Botschafter für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet, wird er in Talkshows, in Schulen und in Gefängnisse eingeladen. Sein Leben soll sogar bald verfilmt werden.

Eine der vielen Auswirkungen seiner 80-prozentigen Behinderung ist, dass er nicht mehr weinen kann. Dabei sehnt er sich nach eigener Aussage nach Freunden und einer Partnerin. Schwester Maria Ignatia ist überzeugt: „Am Karfreitag-Abend können uns anstecken lassen von der sanften ‚Gewalt der Liebe‘.“

Schwester Theresita Maria Müller wird den Vortrag mit Harfenklängen unterbrechen und nachklingen lassen. Der Eintritt ist frei.