Wort zum Sonntag

Gemeinsam sind wir stark

Pastor Erik Richter

Immer wieder machen große Konzerne Werbung mit starken und großen Gemeinschaften. Mal leihen sich viele Menschen über ein Institut Geld, damit ein einzelner etwas finanzieren kann, mal bilden viele Menschen eine Gemeinschaft, um Sicherheit zu geben. Und es ist ja viel Wahres daran, dass eine große Gemeinschaft viel bewirken kann. Stark wird aber eine Gemeinschaft auch von innen heraus, wenn der Zusammenhalt der Gemeinschaft groß ist. Da braucht es mehr als nur ein gemeinsames Ziel. Da braucht es gegenseitigen Respekt, Anerkennung, Sympathie u.v.m. Dies sind alles ideelle Werte, die sich nicht in Profit nach Euro oder Dollar auszahlen lassen.

Wer in einer Familie lebt, weiß, dass diese Werte aber unbezahlbar sind, weil sie helfen, die Krisen zu meistern und sich in glücklichen Zeiten miteinander zu freuen. Das fängt bei der Geburt eines Kindes an, der freudige Höhepunkt in einem guten Familienleben und endet nicht bei dem Verlust eines lieben Menschen, sondern trägt mit durch diese schmerzliche Zeit in die Zukunft. Da ist die Gemeinschaft der Familie stark und erweist sich als zukunftsträchtig. Eine gute und intensive Freundschaft ist ebenso stark.

Dies gilt in abgestufter Form für gute Nachbarschaften und für das gute Dorfleben, wo die Familiengemeinschaften füreinander stehen. Dies ist vielleicht ein Ideal und wird durch die Verstädterung, die auch in unsere Dörfer einzieht, nicht immer richtig verstanden und eher als Enge erlebt. Enge gibt es zugegebenermaßen auch im Dorfleben und Nachbarschaften, aber ist es der Normalfall? Der gegenseitige Respekt, Anerkennung, Sympathie weiten doch eher den Blick und helfen mit, eine gute Lebensqualität zu schaffen, weil wir so den Einzelnen ernstnehmen.

Das gilt auch für die Gemeinde Jesu. Nicht immer hat es diese Ideale gegeben, die Paulus in seinem Vergleich der Gemeinschaft oder Gemeinde mit dem Leib beschreibt. Wie die Organe füreinander und miteinander dem Ganzen dienen, soll es auch in der Gemeinde Christi sein. Aber wenn sich die Gemeindeglieder gegenseitig mit Respekt, Anerkennung, Sympathie und auch Liebe begegnen, dann ist die Gemeinde eine starke Gemeinschaft, die mit Freude die Höhepunkte des gemeinsamen Lebens feiert und die Tiefpunkte miteinander durchschreitet in die Zukunft – sich gegenseitig tragend. Als Christen müssen wir nicht eine große Gemeinschaft sein, aber wir können eine starke Gemeinschaft sein. Und mit unseren Idealen können wir das Dorfleben und die Nachbarschaften zukunftsträchtig gestalten, ohne Geld, weil es unbezahlbar ist, bei freudigen Höhepunkten das Leben zu teilen und bei Tiefpunkten einander Halt zu geben, um dem Leben auch in Zukunft hin zugewandt zu bleiben.

Erik Richter, Pastor im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe