Wort zum Sonntag

Erfahrung von “Himmel” – Gedanken zu Mariä Himmelfahrt

Bernadette Klens

16. August 2020: „Gibt es im Himmel Erdbeereis für die Oma? – Hat der Opa dort noch Schmerzen? Passt die Mama jetzt noch immer auf mich auf?“ Kinderfragen angesichts der Erfahrung des Todes von lieben Angehörigen. Vermutlich können Sie diese Aufzählung um viele Beispiele ergänzen. Und wir als Erwachsene, welche Vorstellung vom Jenseits haben wir – wenn wir überhaupt bereit sind, uns dieser nicht einfachen Thematik zu stellen? Dabei ist das allzu oft verdrängte Thema Tod und was danach kommt mitten in der Gesellschaft angekommen – die Entwicklungskurve der an Covid 19 Verstorbenen, die täglich verändert wird, macht das u.a. deutlich. Ja, was geschieht nach dem Tod mit uns? Was hat es mit dem Himmel auf sich? Was bleibt von uns? Die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens ist die, dass es den einen gibt, der die Grenze des Todes durchbrochen hat, Jesus Christus selbst, und der auch uns Ewiges Leben verheißt. Die Bibel spricht in Bildern davon: keine Tränen, kein Leid mehr, Leben in Fülle, ewiger Friede, nichts mehr kann uns scheiden von der Liebe Gottes …

Heute feiert die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt. Der Festgedanke von der Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel ist schon sehr alt, 1950 wird er untermauert durch ein etwas sperriges Dogma. Es fällt nicht leicht, sich diesen Glaubensaussagen zu nähern, deren Botschaft auch uns gilt. Ich versuche sie für mich so zu übersetzen:

Wie Maria möchte ich im Sterben ankommen bei diesem Gott des Himmels und der Erde. Ich möchte den Sinn meines Lebens in seiner ganzen Tiefe begreifen. Wie Maria möchte ich aufgenommen werden in den Himmel mit all meinen Erfahrungen, mit dem, was mich als Person ausmacht, was mir wichtig ist, auch mit meinen Schwächen und Fehlern. Wie Maria möchte ich angenommen werden von der unendlichen Liebe Gottes, von seiner Barmherzigkeit und ich möchte seinen Frieden und seine Gerechtigkeit spüren auf immer.

Und ich bin überzeugt, dass wir so manche Erfahrung von “Himmel“ auch schon jetzt machen, sicher immer dann, wenn wir ganz intensive Glückserfahrungen erleben, wenn wir tiefste Zufriedenheit in uns tragen oder wenn „uns die Augen aufgehen“ und wir den Sinn eines Tuns erkennen. Angelus Silesius, der Dichter, Arzt und Theologe (1624 – 1677) hat es einmal so ausgedrückt: „Halt an, wo läufst Du hin? Der Himmel ist in Dir: Suchst Du Gott anderswo, Du fehlst ihn für und für.“

Ein Wagnis, diese Thematik in dieser Kürze anzugehen, aber vielleicht regen die Gedanken zum Gespräch an …Eine gesegnete Woche mit der ein oder anderen „himmlischen“ Erfahrung wünscht Ihnen

Bernadette Klens, Eslohe, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe