Wort zum Sonntag

Ein Fest mit Aussagekraft: Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel

Pastor Ludger Vornholz

Am 15. August jedes Jahres feiern die Katholiken das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Dieses Fest geht auf die Verkündigung des gleichlautenden Dogmas durch Papst Pius XII. vom 01. November 1950 zurück. Gefeiert wird, dass an Maria, nach Jesus, schon verwirklicht ist, was allen Menschen verheißen wird: Ein Leben des ganzen Menschen in seiner vollendeten Gestalt bei Gott. Um das „Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel“ herum hat sich ein reiches Brauchtum entwickelt. Besonders hervorzuheben ist das Sammeln und Binden von Krautbünden, die anschließend in der Feier der Hl. Messe oder einem Wortgottesdienst gesegnet werden. In solchen Krautbünden werden vor allem Heilpflanzen eingefügt. Welche Kräuter und Blumen eingebunden werden, ist je nach Region verschieden. Es gibt eine Vielzahl von Listen, was alles in einen Krautbund gehört.

Allem Brauchtum gemeinsam ist die Absicht zu verkünden, dass Gott uns die Schöpfung mit all ihren Heilkräften zur Verfügung stellt. Das Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel bezeugt, dass der Mensch eine „Leib-Seele-Einheit“ ist, die als Ganzes an der Erlösung teilhaben soll. Durch dieses Fest wird jeder Leibfeindlichkeit eine deutliche Absage erteilt. Im Gegenteil: der Leib soll eine gesunde Wertschätzung erfahren, da er von Gott kommt und auch ihm als gewandelter Leib eine Zukunft verheißen ist: „Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib“ (1Kor, 15,44).

So kann uns dieses Fest in der Ferienzeit einen Hinweis geben, dass unser Leib nicht das „Gefängnis der Seele“ (vgl. Platon, Phaidon) ist, sondern ein Geschenk Gottes, das uns anvertraut ist. Allerdings bereitet unser Leib uns nicht immer nur Freude. Der Heilige Franziskus spricht aus diesem Grunde vom Leib als „Bruder Esel“ und macht damit deutlich, dass der Leib auch belastend für das eigene Leben sein kann. Aber Herausforderungen gehören nun einmal zum Leben und lassen uns innerlich wachsen, wenn wir sie mit Hilfe des Glaubens in positiver Weise umwandeln können.

Es wäre schön, wenn wir uns durch die Feier dieses Festes anregen lassen, unser Leben erneut als Einheit von Leib und Seele wertschätzend wahrzunehmen. Ich wünsche Ihnen in diesen Tagen: Gute Erholung für Leib und Seele!

Ludger Vornholz, Eslohe, Pastor im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe