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Die Zeit der Schöpfung

Schmallenberg, Panoramablick vom Rennefeld
Foto: Besim Mazhiqi

Die Schöpfungszeit vom 01. September bis zum 04. Oktober geht auf eine Initiative des orthodoxen Patriarchen Dimitros I. zurück und wurde erstmals 2007 von der Europäischen Ökumenischen Versammlung ausgerufen. Seitdem findet jährlich vom 1. September bis zum 4. Oktober eine Schöpfungszeit und am ersten Freitag im September ein ökumenischer Tag der Schöpfung statt.

Seit 2015, dem Jahr der Umweltenzyklika „Laudato Si“, ist der 1. September auch in der katholischen Kirche offiziell „Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung“. Somit begeht die katholische Kirche diesen Gebetstag zum selben Termin wie die orthodoxe Kirche.

Papst Franziskus betont in seiner Umweltenzyklika, dass die Herausforderung, unser gemeinsames Haus zu schützen, die Sorge einschließt, die gesamte Menschheitsfamilie im Dialog der Religionen und der Ökologiebewegungen zu vereinen. Die Menschen sind nicht Herrscher über die Erde, sondern Gott als Schöpfer ist der einzige Eigentümer der Welt. Wir übernehmen soziale Verantwortung als Verbraucher, indem wir unseren Lebensstil verändern und durch Verbraucherbewegungen die Wirtschaft zu Änderungen bewegen.

Das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ist ein wichtiger Punkt für alle Christen. Dies ist eine gute Gelegenheit, das ökumenische Miteinander zu stärken und dies auch öffentlich zu zeigen. Das Bekenntnis „ich glaube an Gott, den Schöpfer“ verbindet alle Christen. Der Schöpfungstag hebt dies in einer Gesellschaft hervor, in welcher der Glaube an Gott nicht selbstverständlich ist.

Der 4. Oktober ist der Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi und gleichzeitig der letzte Tag der Zeit der Schöpfung. In vielen Glaubenstraditionen ist Franz von Assisi eine Quelle der Inspiration und Wegweiser für diejenigen, die sich für die Bewahrung der Schöpfung engagieren.

Der Schöpfungsglaube hat Konsequenzen für den Umgang mit der Welt, mit anderen Menschen (und Tieren), mit sich selbst.

Bestwig, Sündenwäldchen
Foto: Besim Mazhiqi

Dieses Jahr lautet das Thema „Jubeljahr für die Erde“:

Es stellt sich die Frage, welche Verbindung zwischen Ruhe und Erholung für den Planeten Erde und unseren ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lebensgewohnheiten besteht?

Die christliche Familie feiert diese Zeit der Schöpfung, indem sie betet, darüber nachdenkt, wie wir unser Leben in unserem gemeinsamen Zuhause nachhaltiger gestalten können und indem wir unserer Stimme im öffentlichen Raum Gehör verschaffen.

Die ungerechten Auswirkungen des Klimawandels sind die Folgen unseres Unvermögens, ein nachhaltiges Gleichgewicht in allen Bereichen (gesellschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch) herzustellen.

Die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus hat uns die Verbindung in allen Bereichen gezeigt. Wichtig ist es, während wir uns auf die Zeit nach COVID-19 vorbereiten, neue gerechtere und nachhaltigere Arten zu leben zu entwickeln, die der Erde Ruhepausen gönnen, die sie braucht, die allen genug zum Leben geben und die Lebensräume und Artenvielfalt wiederherstellen.

 

Ideen für die Praxis

Die Zeit der Schöpfung kann nur mit Leben gefüllt werden, wenn sich auch das eigene Tun ändert, sowohl beim Einzelnen als auch in den Kirchengemeinden. Der ökumenische Tag der Schöpfung soll auch dazu ermutigen, konkrete Schritte zur Bewahrung der Schöpfung einzuüben bzw. bisher schon geleistetes Engagement fortzusetzen und zu verstärken.

Die Kirchen gehen einen gemeinsamen Weg und suchen bei allen Vorhaben die Wege, die die Umwelt am wenigsten belasten und fördern nachhaltiges Wirtschaften. Die persönliche Kompetenz wird durch Beratungs- und Bildungsarbeit gefördert.

Foto: Besim Mazhiqi

In der Broschüre „Anders besser leben finden sich konkrete Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil bzgl. Kleidung, Nahrung, Energieverbrauch und Mobilität. Nicht der einzig seligmachende Lebensstil und die absolute Perfektion ist einzufordern, sondern erreichbare Ziele, die gesteigert werden können sind sinnvoll. Veränderungen brauchen Gewöhnung und stellen oft einen Gewinn dar.

Schwierig ist, dass die Erfolge eines veränderten Verhaltens erst Jahre später sichtbar werden. Aber es gibt viele Hoffnungsschimmer auf verschiedenen Ebenen. Neues bricht an und lädt uns ein, einen neuen Anfang zu wagen. Die Grundsätze, nach denen Politik und Wirtschaft organisiert werden, müssen hinterfragt werden.