Wort zum Sonntag

Der „Zauber“ der Walburga-Woche – Einfach mal rauskommen!

Sabine Jasperneite

Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann ist die Walburga-Woche in Wormbach im Endspurt. Während ich dies schreibe, sind die ersten Tage vorbei. Ich erlebe diese Glaubenswoche das erste Mal und wenn ich ehrlich sein soll, ich wusste nicht genau, was mich erwartet. Ich hatte größten Respekt vor den gefüllten Tagen, vor viel Arbeit im Team der Wallfahrtsleitung und einem großen Krafteinsatz. (Spät)abends erschöpft auf das Sofa fallen und nur noch die Füße hochlegen wollen. Soweit die Theorie vor der Woche.

Jetzt, nach ein paar Tagen, bin ich ehrlich überrascht und erfreut. Statt der Müdigkeit nach getaner Arbeit erfüllt mich abends eine tiefe Freude. Das Arbeitspensum habe ich richtig eingeschätzt, aber wie sehr so eine Woche stärken und bestärken kann, auch wenn man in Leitung steht, das habe ich echt unterschätzt.

Es ist so schön, an einem besonderen Ort mit vielen verschiedenen Menschen und vielen verschiedenen Gruppen und Generationen Tag für Tag den Glauben an Gott zu feiern. Jeden Tag zusammen mit motivierten Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen alles vorzubereiten, damit Menschen aus nah und fern einen Ort und eine Zeit haben, über ihren Glauben nachzudenken, zu reden, sich auszutauschen und ihn zu feiern. Einfach mal rauskommen – das Motto der Woche ist für viele Menschen Programm.

Mir zeigt es wieder, dass man den Glauben alleine nur sehr schwer leben kann. Es braucht den Austausch, das Getragenwerden im Gebet, das gemeinsame Feiern, damit der Glaube lebendig bleibt. Das durften die Kommunionkinder sehen, die am Montag da waren und erfahren haben, wie spannend und auch lustig Bibelgeschichten sein können. Das durften die Senioren erfahren, die am Dienstag in der Hawerlandhalle zusammengekommen sind. Von überall her, mit viel liebevoller Hilfe und Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen der jeweiligen Caritas-Konferenzen.

Gemeinsam sind wir stark! Das ist mein Gefühl in dieser Woche. Und auch: Gott ist da! Auch wenn wir in der Kirche dunkle Zeiten erleben und uns manchmal nicht zum Feiern zumute ist, so kann ich doch nur immer wieder sagen: Gott durchbricht diese Dunkelheiten. Er lädt uns ein zusammenzukommen, das Gute zu leben und für das Gute einzustehen. Wir können das Vergangene nicht mehr ändern, wir können und dürfen die Verletzungen nicht unter den Teppich kehren, aber wir können uns gegenseitig tragen und ermutigen. Viele Gespräche drehten sich in dieser Woche auch um das Thema Missbrauch und was es mit den Menschen macht. Aber auch da: Reden hilft. Austausch tut gut. Gemeinschaft trägt.

Wahrscheinlich werde ich dann am Sonntagabend, wenn die Woche vorbei ist, tatsächlich nur noch erschöpft aufs Sofa fallen, aber mit dem vertieften Wissen, dass Gott mitgeht, in den Menschen an meiner Seite, in der Feier der Sakramente, im Teilen von Freud und Leid.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Sabine Jasperneite, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe