Wort zum Sonntag

Chancen und Grenzen der Digitalisierung im sozialen Sektor

Jennifer Klagges

Die deutschen Katholiken feiern am 4. Sonntag des Septembers den Caritas – Sonntag mit dem Jahresthema „Sozial braucht digital“.

Smartphone, Tablet oder Laptop sind heutzutage in vielen alltäglichen Situationen und bei vielen Menschen nicht mehr wegzudenken. Mal eben nach den Busverbindungen suchen, noch schnell ein Geschenk per „one-click“-Bestellung organisieren, Standorte teilen, Bilder hochladen oder Mails von unterwegs checken, sind schon lange kein Problem mehr. Für die einen bedeutet dies Fortschritt, Entwicklung und Zukunft, für die anderen das Wegbrechen von direkten Kontakten, von „Auge-zu-Auge“ Gesprächen und das Bangen vor sozialer Isolierung.

Wie denken wir als Caritas, die es sich zum Auftrag gemacht hat, mit den Menschen in Kontakt zu sein, darüber? Für den sozialen Sektor bietet die Digitalisierung viele Chancen. Sie ermöglicht Teilhabe, kann Menschen unterstützen, Apps und spezielle Programme fördern Menschen mit Beeinträchtigungen so stark wie noch nie. Doch das „Digitalsein“ hat seine Grenzen.

Uns ist es wichtig, dass unser menschliches Zusammenleben nicht nur auf Bytes und Likes basiert, sondern, dass wir den Menschen in die Augen schauen, die uns brauchen, dass wir anhand ihrer Körpersprache sehen, wenn etwas noch unausgesprochen ist und dass wir in schwierigen Momenten eine tröstende Hand bieten können, wenn Worte nicht mehr reichen.

Digitalisierung ist unabdingbar, wertvoll und erleichtert unsere Arbeit, soll aber vorerst das ergänzende Instrument für uns bleiben.

Jennifer Klagges, Koordinatorin für Caritasarbeit im Caritas-Verband Meschede