Wort zum Sonntag

Auf ein Wort

Bernadette Klens

Auf eine Frau, deren Lebensgeschichte schon seit dem 4. Jahrhundert in der Kirche weitergegeben wird, schauen wir am Dienstag. Es ist die heilige Monika. Sie wurde um 330 im heutigen Algerien geboren. Wenn man sich mit ihrem Leben beschäftigt, erfährt man, dass sie eine außergewöhnliche Beharrlichkeit und Geduld besessen haben muss. Nicht nur, dass sie ihren heidnischen Ehemann überzeugte, noch kurz vor seinem Tod Christ zu werden, auch ihr Sohn forderte unendlich viel Kraft, da er sich jahrelang ihrem Einfluss  entzog und zunächst ein ausschweifendes Leben führte. Immer wieder suchte sie den Kontakt mit ihm und betete inständig für ihn. Aus dem „Sohn der Tränen“ wurde schließlich der heilige Augustinus, dessen Gedenktag als Kirchenlehrer wir am Mittwoch begehen.

War Monika nur eine Frau, die ihren Sohn nicht loslassen konnte und die sich unter dem Deckmantel der Frömmigkeit dauernd in sein Leben einmischte? Sicher würden wir heute Akzente in der Erziehung anders setzen. Trotzdem beeindruckt mich ihre Haltung, auch in Streit und Unverständnis die Beziehung nicht abbrechen zu lassen. Irgendwie hat sie es geschafft, ihren eigenen Willen hintenanzustellen und zu vertrauen, dass Gott im Leben ihres Sohnes Raum bekam.

Papst Franziskus schreibt einmal: „Gott hat Geduld mit uns, denn er liebt uns, und wer liebt, der versteht, hofft, schenkt Vertrauen, gibt nicht auf, bricht Brücken nicht ab, weiß zu verzeihen.“ Es ist ein hoher Anspruch, dies in unsere Lebens- und Glaubensrealität umzusetzen und es wird auch nicht immer gelingen. Doch wenigstens kleine Portionen solch einer geduldigen Haltung wünsche ich allen Eltern in der kommenden Woche, deren Kinder ins neue Schuljahr gehen – manchmal sehr geprägt durch den Druck unserer Leistungsgesellschaft.

Häufig  benötigen wir ja auch füreinander einen „langen Geduldsfaden“, wenn wir mit der ein oder anderen  Eigenschaft  in Familien, Gemeinden oder Betrieben unsere Gegenüber allzu sehr „nerven“.  Mir selbst – und vielleicht auch vielen anderen – wünsche ich Geduld mit einer Kirche, die sich unendlich schwer tut mit Reformen und Veränderungen, die so dringend notwendig wären …

Einen guten Nachklang der Sommerferien und eine gesegnete Woche voller Geduld wünscht Ihnen Ihre

Bernadette Klens, Eslohe, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe