Wort zum Sonntag

Anderen zum Segen werden!

 

Pfarrer Michael Schmitt

Im Vergleich zu Gottes Ewigkeit sind 50 Jahre eine kurze Zeitspanne, zugegeben. Doch Spaß beiseite, wenn ein halbes Jahrhundert vor uns liegt, ist es eine lange, unübersehbare Zeit. Doch im Rückblick kommt sie uns dann oft recht kurz vor. Ob beim runden Geburtstag oder beim goldenen Ehejubiläum oder einem anderen Grund: Ein solches Jubiläum ist ein guter Anlass zurückzuschauen, eine Gegenwartsbestimmung vorzunehmen, sie zu gestalten und damit die Zukunft anzugehen und zu planen.

In diesen Wochen begeht das Bergkloster in Bestwig sein 50-jähriges Jubiläum. In einem eindrucksvollem Festgottesdienst am vergangenen Sonntag wurde Gott für die vergangenen Jahrzehnte gedankt, beim anschließenden Empfang all denen gedankt und an sie erinnert, die diese Zeit mitgestaltet haben. Bei Gespräch und Begegnung wurde nicht nur zurückgeschaut, sondern sich der Gegenwart gestellt, um mit Zuversicht – bei allen Fragen und Unwägbarkeiten – die Zukunft anzugehen.

Wieviel Segen ist nicht für die Menschen und ihre Lebenswegen in unserer Region und darüber hinaus vom Bergkloster Bestwig mit ihren Ordensschwestern, den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgegangen?! Voller Freude darf man bei diesem Jubiläum daran erinnern und Gott und allen Engagierten dafür herzlich danken!

Eine Erinnerungskarte wurde allen Festbesuchern nach dem Gottesdienst am vergangenen Sonntag überreicht. Sie zeigt u.a. die Segnung des Geländes 1963 und den ersten Spatenstich zwei Jahre später sowie die Bauphasen des großflächigen Geländes oberhalb des Ruhrtals. Ein Bild des heutigen Kircheninneren, das eine gestaltete Wand mit Beiträgen aus den Schwesterntagen des Jubiläums und dem Kreuz des Künstlers Heinrich Gerhard Bücker zeigt, die andere Seite der Karte.

Für den gläubigen Menschen ist Christus der Grundstein seines Wirkens und der Vollender, der Schlussstein. Mit seiner Hilfe können und sollen wir unser Leben, unsere Welt in der Zeit, die uns geschenkt wird, mitgestalten. Wie heißt es in einem Text des geistlichen Autors Pater Anselm Grün, der neben der Innenaufnahme der Dreifaltigkeitskirche angedruckt ist: „Du gütiger und treuer Gott, dir halte ich mein Leben hin … Lass mich den Menschen bewusst begegnen. Lass mich Worte finden, die für die anderen zum Segen werden.“

Das gilt nicht nur für das Wirken des Bergklosters in Vergangenheit und Gegenwart, sondern für jeden einzelnen von uns – immer wieder neu: Gott unser Leben hinzuhalten und in seinem Segen zum Segen für andere zu werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute neue Woche!

Ihr
Michael Schmitt, Pfarrer im Pastoralverbund Meschede-Bestwig