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25 neue Notfallseelsorger

Die Ausbildungsgruppe vor dem Zentrum für Feuerschutz und Rettungswesen in Meschede-Enste
© Kathrin Koppe-Bäumer

Am Samstag, 7. Juli, um 11.00 Uhr feiern Dechant Richard Steilmann und Superintendent Alfred Hammer mit den Notfallseelsorgern im Hochsauerlandkreis einen öffentlichen Gottesdienst im Gemeinsamen Kirchenzentrum in Meschede. Dabei werden 25 neue Notfallseelsorger und Notfallseelsorgerinnen gesegnet und in ihr verantwortungsvolles Ehrenamt eingeführt. Sie haben die Notfallseelsorge-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Im Gottesdienst erhalten sie eine Ernennungsurkunde, einen Ausweis und eine lila Weste, die sie in ihrer Funktion kenntlich machen.

Seit Mitte März haben sie in wöchentlichen Unterrichtseinheiten insgesamt 50 Stunden absolviert und Themen diskutiert, die für ihr Einsatzgebiet wichtig sind. Not, die durch Unfälle, plötzliche Todesfälle, Suizid und Katastrophen entsteht, also das, was die meisten Menschen gern verdrängen, war ihr Thema.

Die Kursmitglieder sind unterschiedlich alt und kommen aus verschiedenen Berufen, wie Burkhard Krieger, evangelischer Notfallseelsorger, und Frank Manegold, zuständig für die Notfallseelsorge im Dekanat Hochsauerland-Ost, einmütig beteuern. Menschen, die alltags im Büro oder mit Kindern arbeiten, Lehrerinnen und Rettungssanitäter und viele andere Berufe sind vertreten. Evangelisch und katholisch sind sie zumeist, die Arbeit geschieht aber überkonfessionell und in ökumenischer Verantwortung.

Die 25 neuen Notfallseelsorger wurden nach einem westfalenweit einheitlichen Bewerbungsverfahren zur Ausbildung zugelassen. Sie haben ein strammes inhaltliches Programm absolviert. Da ging es um rechtliche Rahmenbedingungen, Stresstheorie und Psychotraumatologie, um die unterschiedlichen Einsätze wie z.B. häusliche Todesfälle und den plötzliche Kindstod. Geübt wurde, wie man eine Todesnachricht überbringt. Auch der Umgang mit Kindern und Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften wurde reflektiert und wie man sich zur Frage nach Gott und dem Leid stellt.

Lila Westen für die neuen Notfallseelsorger/innen
© Kathrin Koppe-Bäumer

Ein Ortstermin fand in der Leitstelle des Hochsauerlandkreises in Meschede-Enste statt, denn über die Leitstelle werden die Einsätze an die Notfallseelsorge vermittelt. Lagedienstführer Martin Henneke führte durch dieses moderne Zentrum für Feuerschutz und Rettungsdienst. Dabei sahen und hörten die zukünftigen Notfallseelsorger und -seelsorgerinnen, wie viele Menschen noch beteiligt sind, wenn sie zu einem Einsatz fahren, und welch enormer technischer Aufwand die Mitmenschlichkeit unterstützt. Ein Treffen bezog sich auf Großeinsatzlagen wie z.B. Busunfälle. Zum Abschluss erarbeitete die Ausbildungsgruppe, wie Seelsorgende gut für sich selbst sorgen können.

Die Ausbildung wurde geleitet von Pfarrer Ralf Radix, dem Pfarrer für Notfallseelsorge in der Ev. Kirche von Westfalen. Zuweilen kamen aber auch Gastdozenten wie Harald Karutz, Professor für Rescue Management an der Medical School Hamburg, der den Abend zum „Umgang mit Kindern“ leitete. Eine große Unterstützung im Laufe der Ausbildung war Diakon Hans Bexkens aus Winterberg, der Mut machend von Einsätzen als Notfallseelsorger berichtete und mit seinem Gottvertrauen beeindruckte.