Wort zum Sonntag

„Alles neu, macht der Mai, macht die Seele frisch und frei …“

Sabine Jasperneite

10. Mai 2020: Diese Zeile aus dem Frühlingslied von Hermann Adam von Kamp aus dem Jahre 1820 fällt mir ein, wenn ich von meinem Arbeitsplatz, den ich mir Zuhause eingerichtet habe, nach draußen sehe. Nach einigen Tagen mit Regenschauern grünt und blüht es an allen Ecken und Enden.

Alles neu, macht der Mai. In diesem Jahr ist es ein ganz besonderer Mai. Es ist eine besondere Zeit, in der wir stehen. Auch in diesem Mai wird im wahrsten Sinne des Wortes alles neu, allerdings ganz anders, als wir es uns wünschen würden.

Auch wenn ich beim Schreiben dieser Zeilen noch nicht weiß, welche Lockerungen unserer Einschränkungen es wegen des Corona-Virus geben wird, so bin ich mir sicher, dass nichts mehr wie früher wird, dass wir noch lange Neues annehmen, aushalten und manchmal auch ertragen müssen. Wahrscheinlich bis es einen Impfstoff gibt. Alles wird neu, alles wird anders.

Aber alles Neue ist nicht nur schlecht. Ungewohnt ja, herausfordernd auch, aber was uns diese Krise vor allem lehrt, ist, was wirklich wichtig ist im Leben. Dass wir neu aufmerksam und umsichtig mit unseren Mitmenschen umgehen, neu Not sehen und, wenn möglich, helfen. Wie wichtig Gemeinschaft und Nähe sind, wie schön eine Umarmung ist.

Nie dagewesene Hindernisse gilt es zu überwinden. Es kommen ziemlich kreative Ideen zum Vorschein, z.B. wie man eine Hochzeit trotzdem feiern kann, wie man jemandem trotz Kontaktsperre zum Geburtstag gratulieren kann, wie man Nähe bringen kann, auch wenn man nicht ins Altenheim darf, um seine Liebsten zu umarmen. Ich denke gerade an eine Fernsehsendung, wo mit einem Hubwagen die Familie vor das Fenster im dritten Stock eines Altenheimes gehoben wurde. Welche Freude, welche Nähe.

Nehmen wir das Neue an, als positive Herausforderung.  Vielleicht haben Sie ja auch schon eine Idee, wie Sie trotz Einschränkungen Ihrer Mutter am Sonntag zum Muttertag gratulieren können.  Das TROTZDEM ist wichtig, dann können wir gemeinsam hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.

Es grüßt Sie herzlich
Sabine Jasperneite, Schmallenberg, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe