Wort zum Sonntag

Halten wir zusammen – auch oder gerade in dieser schweren Zeit

Christopher König

12. April 2020: Einkaufen in Zeiten von Corona ist irgendwie anders geworden. Nicht nur die Plexiglasscheiben und Abstandshalter, auch wir Menschen verhalten uns anders: Wir schütteln uns nicht mehr die Hände, wir achten darauf, dass wir mit Abstand voneinander stehen und wir stellen uns meist diszipliniert in Schlangen mit Abstand an.

Mich erinnert die aktuelle Situation an die Flüchtlingskrise 2015. Damals haben wir mit vielen Jugendlichen Workshops zur interkulturellen Kompetenz gemacht: Wie ist es, wie fühlt es sich an, in eine fremde Gesellschaft zu kommen, deren informelle Regeln und Umgangsformen man noch nicht kennt?

Ich glaube, darum geht es im Moment auch: Unsere Gesellschaft definiert sich ein Stück weit neu, entwickelt sich weiter. Das ist kein einfacher Prozess, auch hier gibt es zwei Seiten: Auf der einen Seite werden Einkaufsdienste für Risikogruppen organisiert, auf der anderen Seite werden Menschen angeblafft, wenn sie sich in der falschen Schlange anstellen.

Was hat den Jugendlichen damals geholfen in den Workshops? Was hat sie weitergebracht und die Situation für alle erträglicher gemacht? Oftmals war es (manchmal versteckt) die Frohe Botschaft, schon fast als moralische Blaupause: Menschen freundlich, offen und unvoreingenommen mit Respekt zu begegnen – an das Gute im Menschen zu glauben. So, wie wir es gerade jetzt in der Ostergeschichte hören und nachlesen können:

„Seid gegrüßt! (…) Habt keine Angst! (…) Macht euch auf den Weg (…)!“ Machen wir uns also auf den Weg, diese neue Gesellschaft ein kleines Stückchen zu verändern: Gemeinsam, mutig und in respektvoller Fürsorge und Nächstenliebe.

Christopher König, Referent für Jugend und Familie im Dekanat Hochsauerland-Mitte