Wort zum Sonntag

Die Welt heller, schöner, wärmer machen!

Pfarrer Michael Schmitt

Ja, Paulus hat recht: Wir sind „Kinder des Lichts“. In diesen Wochen, in denen wir merken und wahrnehmen können, dass die Tage länger und die Nächte kürzer werden, spüren wir es deutlich. Erst recht empfinden wir dies, wenn nach der dunkelsten Jahreszeit sich die Sonne wieder länger blicken und uns den kommenden Frühling erahnen lässt – so wie in diesen Tagen.

Die Sonnenstrahlen, das Licht hebt unsere Stimmung, treibt uns an. Wir sind in der Regel emotional besser aufgelegt und schauen positiver nach vorn. Ja, Paulus hat recht: Wir sind „Kinder des Lichts“.

Im fünften Kapitel des Epheserbriefs schreibt er davon. Der Völkerapostel spricht dort auch von den „Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen“ (Eph 5,11) und setzt dagegen: „Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts! Denn das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor“ (Eph 5,8-9). – Das Licht soll also auch durch uns leuchten: Wir selber sollen Licht sein, die Welt heller, schöner, wärmer machen, uns um Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit bemühen.

Durch die Taufe sind wir aus der Dunkelheit in das Reich Gottes, das Reich des Lichtes eingetreten. Die Taufkerze, die bei der Tauffeier an der Osterkerze entzündet wird, ist ein eindrucksvolles Zeichen dafür: Christus hat sogar die Dunkelheit des Todes überwunden. Aber diese richtige Wahl, die wir getroffen haben, die Wahl des Lichts statt der Dunkelheit muss auf der anderen Seite auch sichtbar werden, indem wir sozusagen „lichtgemäß“ leben. Wer getauft wird, wird in eine Gemeinschaft aufgenommen, die sich auf den Glauben an Jesus Christus beruft. Dieser Glaube vermittelt Werte wie Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit, die zugleich Gabe an als auch Aufgabe für uns sind.

Darüber hinaus dürfen wir dankbar sein für die Schönheit der Natur, den Wechsel von Tag und Nacht, von Licht und Dunkelheit, für Gottes Schöpfung, die uns anvertraut ist und für die wir verantwortlich sind.

Als „Kinder des Lichts“ sollen wir uns „vom Geist erfüllen lassen“ und wie schreibt es Paulus weiter: „Lasst in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder erklingen, singt und jubelt aus vollem Herzen dem Herrn! Sagt Gott, dem Vater, jederzeit Dank für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus!“ (Eph 5,18b-20)

Diese Gedanken spiegeln sich im Psalm 19 wider. Von Gottes guten Ordnungen in der Schöpfung und in seinem Gesetz ist dort die Rede. Nach einer Vorlage des bayrischen Jesuiten, Schriftstellers und bedeutenden Astronomen Albert Curtz (1600-1671) hat der Düsseldorfer Musikpädagoge und Komponist Adolf Lohmann (1907-1983) diese Gedanken – auch durch seine dunklen Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus – sehr eindrucksvoll in einem gern gesungenen Liedtext (Gotteslob 381) formuliert:

Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus,
das blaue, lichterfüllte Haus,
mit so viel Zung`n als Sternen.
Der weiße Tag, die schwarze Nacht,
wann sie abwechseln von der Wacht,
sie kündens aus den Fernen.

Kein Land, kein Volk ist auf der Erd,
das nicht allzeit die Kunde hört,
die umhergeht im Reigen.
Vom Aufgang bis zum Untergang,
erhallt ihr Ruf, erschallt ihr Klang,
des Schöpfers Macht zu zeigen.

Die Sonne ist des Himmels Ehr,
doch dein Gesetz, Herr, noch viel mehr,
das Du uns hast gegeben;
so trostreich, so gerecht und wahr,
so licht und mehr als sonnenklar,
erhellt es unser Leben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen sonnigen Sonntag und eine gute neue Woche!

Ihr
Michael Schmitt, Pfarrer im Pastoralverbund Meschede-Bestwig